„Ich bin traurig!“

Entwendete Urnen haben eine hohe historische Bedeutung

Das Grab von Anna Hofmann, Witwe des ersten Strandlustwirts, wurde ebenfalls geschändet. Die krönende Urne wurde abgerissen, und man sieht nur noch einen Stummel.      Foto: rdr

Artikel vom: 10.08.2026

Fähr-Lobbendorf (rdr) – Auf dem Friedhof der Evangelischen Kirchengemeinde Aumund-Vegesack an der Lindenstraße sind bedeutende Persönlichkeiten aus Vegesack bestattet. Dort sind beispielsweise die Grabstätten von Afrikaforscher Gerhard Rohlfs, Bürgermeister Wittgenstein sowie jene der Familien Lange oder Borcherding zu finden. 1876 erfolgte auf dem Friedhof die erste Beisetzung. 

In diesem Jahr war er schon zweimal Ziel von Metalldieben, die es gezielt auf Kupfer abgesehen hatten. Unter anderem wurde eine bekrönende Urne im Jugendstil vom Grabmal von Stadtdirektor Johann Friedrich Rohr gestohlen. Das zweite Grab, das geschändet wurde, war jenes von Anna Hofmann, der Witwe des ersten Strandlust-Wirtes Albert Hofmann. Dort wurde ebenfalls eine zierende Urne aus Kupfer geklaut.

Sehr viele historische Gräber gebe es auf dem Friedhof, berichtet Thomas Begerow. Der Historiker und ehrenamtliche Archivpfleger der ehemaligen Vegesacker Kirchengemeinde engagiert sich sehr für die Geschichte Vegesacks und ist entsetzt über den Diebstahl der besagten Urnen. „Es ist unfassbar. Ich bin traurig!“, sagt Thomas Begerow und bezeichnet den oder die Täter als „respektlos“. Gemeinsam mit anderen Gemeindemitgliedern kümmert sich der Historiker um die Grabpflege, wenn es keine Angehörigen mehr gibt oder prüft die Standsicherheit von Grabsteinen. „Es muss Leute geben, die sich engagieren.“

Die Urne von Anna Hofmann habe man extra noch befestigen lassen. Ersetzen könne man die historischen Gegenstände nicht. „Uns bleibt nichts anderes übrig, als es so zu lassen“, meint Ulf Buschmann von der Kirchengemeinde Aumund-Vegesack. Eine Nachahmung würde nicht einmal ansatzweise an das Original herankommen. Metalldiebe habe es schon immer gegeben, aber dass diese sich so sehr an historisch wertvollen Gegenständen vergehen würden, sei neu, so Thomas Begerow. Susanne Böttcher, Friedhofsbeauftragte, erklärte, es seien auch Grablichter gestohlen worden. Nur die Sockel seien dagelassen worden. 

Alle drei Vertreter der Kirchengemeinde haben wenig Hoffnung, dass die geklauten Gegenstände wieder auftauchen werden.


Weitere interessante Artikel

In den Sommerferien wird gebaut

Bremen-Nord – (rdr) In und an Schulgebäuden in Bremen-Nord wird derzeit fleißig gebaut. Selbiges gilt für den neuen Umkleidetrakt am Vegesacker Stadion. Das teilte Immobilien ...

 Programm für die ganze Familie

Vegesack – Nun sind es nur noch wenige Tage, bis an der Maritimen Meile gefeiert wird. Musik spielt die Hauptrolle, doch auch das Rahmenprogramm kann sich sehen lassen. Ob Schiffsbesuch, ...

Die Welt feiert an der Weser

Vegesack – Das Festival Maritim wurde kürzlich zum beliebtesten Open-Air-Festival der Stadt gekürt. Das Programm setzt vom 31. Juli bis 2. August auf fünf Bühnen wieder auf ...

„Wir haben Zeit für dich!“

Bremen-Nord – (as) „Über das eigene Leben zu bestimmen, ist ein kostbares Gut, dem immer wieder droht, beschnitten zu werden“, sagt Maren Kick von der pro familia ...

Haus gezeichnet in Vegesack

Vegesack – (as)  „Ich habe gerade einen neuen Auftrag bekommen“, freute sich kürzlich Isa Fischer von „hausgezeichnet“. Die selbstständige ...

Die Reise geht weiter

Vegesack – (rdr) Bei der Wochenzeitung Das BLV tut sich was. Der Verlagskaufmann Steffen Paradies verlässt die Weser Wochenblatt Verlagsgesellschaft schweren Herzens zum 31. Juli dieses ...

„Wie groß ist das Universum?“

Vegesack – 299 752,458 Kilometer legt Licht in einer Sekunde zurück. So schaffe es siebeneinhalb Mal in dieser Zeit, die Erde zu „umrunden“ und brauche 1,3 Sekunden vom ...

Aus alt wird neu im alz

Grohn – (nik) In einer immer schnelllebigeren Konsumgesellschaft kann der Blick für dauerhafte Werte verlorengehen. Besonders deutlich wird das bei der Kleidung, aber auch Möbel sind ...

In der Ökologiestation

Schönebeck – (as) Jede Menge Natur ist bei einem Ausflug in die Ökologiestation, Am Gütpohl 11, zu erleben. Diese wurde 1979 als Informations- und Bildungsstätte ...