Friedenstreppe neu gestaltet

Die neu gestaltete Friedenstreppe wird am kommenden Freitag eingeweiht.Foto: fr

Die neu gestaltete Friedenstreppe wird am kommenden Freitag eingeweiht.   Foto: fr

Artikel vom: 19.08.2026

Vegesack – Die im Jahr 2003 von dem Bremer Künstler Joachim Fischer erschaffene Friedenstreppe wurde zuletzt 2018 renoviert. Nun waren Anstrich und Bemalung wieder stark verwittert. Seit drei Jahren beschäftigte sich der Verein Gustav-Heinemann-Bürgerhaus e.V. mit der Erfordernis einer erneuten Renovierung und Neugestaltung, so der erste Vorsitzende Manfred Wemken. In diesem Jahr wurden alle organisatorischen Maßnahmen abgeschlossen.

Im Vorstand und in den Mitgliederversammlungen sei der neue Entwurf von Manfred Wemken für gut befunden und die Ausführung beschlossen worden. Joachim Fischer als Inhaber des Urheberrechts habe der Umgestaltung zugestimmt und es sei ein gutes Unternehmen für die Herstellung der Klebeschablonen, für die 19 Wörter Frieden in vielen Sprachen, gefunden und beauftragt worden. Zu der Finanzierung der hochwertigen Schablonen und der ebenso hochwertigen Anstrichmittel trug der Beirat Vegesack aus seinen Globalmitteln mit 900 Euro einen großen Anteil.

Die Arbeiten der Anstriche und Montage der Schrift wurden ehrenamtlich von den Vorstandsmitgliedern geleistet. Im Sprachcafé der Evangelisch-methodistischen Christuskirche wurde zusammengetragen, welche Sprachen heute in Vegesack und Bremen-Nord gesprochen werden. Die bisherigen Wörter wurden deshalb um Farsi, Paschtu, Ukrainisch und Urdu ergänzt.

„Über zwanzig Jahre nach der erstmaligen Gestaltung der Friedenstreppe liegt eine lange Reihe neuer, grausamer Kriege hinter uns, deren Ende zum Teil nicht absehbar ist, unter anderem in Zentralasien, dem Nahen Osten, aber auch wieder in Europa, der Ukraine. Durch die neue Aufnahme von Sprachen aus diesen Regionen, Urdu, Farsi, Paschtu, Ukrainisch, soll der Dringlichkeit der Forderung nach Frieden Nachdruck verliehen werden“, so die Initiatoren.

Die neue geschwungene Anordnung der Worte für Frieden auf den Treppenstufen lasse die Treppe leichter, lockerer und auch ein wenig freudiger erscheinen. Die Friedenstaube, das Peace-Zeichen und die drei Punkte, stellvertretend für alle weiteren Sprachen, seien dominanter in der Wahrnehmung. Der Vorstand des Vereins ist fest davon überzeugt, die neue Gestaltung der Friedenstreppe wäre auch vom Namensgeber des Bürgerhauses, Gustav Heinemann mitgetragen worden.

Mit der Neugestaltung bleibe die Friedenstreppe ein sichtbares Zeichen für das, wofür das Gustav-Heinemann-Bürgerhaus seit vielen Jahren stehe: Offenheit, Begegnung und ein friedliches Miteinander – angepasst an die Gegenwart und gemeinsam mit den Menschen, die den Stadtteil prägen. 

Eine feierliche Einweihung findet am Freitag, 21. August, um 11 Uhr an der Treppe statt, mit Friedensmusik von Regina Mudrich und Martin Zemke. Gäste kommen aus Ortsamt und Beirat und  von der Kulturbüro Bremen-Nord gGmbH. Eingeladen sind der Künstler Joachim Fischer und die Menschen aus Vegesack, Bremen-Nord und überall.

Der Verein Gustav-Heinemann-Bürgerhaus e.V. feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen. 1976 war der Verein gemeinsam mit der Stadt Bremen Initiator des Baues des Bürgerhauses, das 1977 eröffnet wurde. Danach war der Verein für den Betrieb des Bürgerhauses verantwortlich.

„Da alle Kultureinrichtungen in Vegesack Ende der 90er Jahre finanziell nicht gut aufgestellt waren, wurde von den Trägervereinen vom Bürgerhaus, dem Kulturbahnhof, dem Kito und dem Overbeck-Museum im Jahr 2006 die Kulturbüro Bremen-Nord als gemeinnützige Gesellschaft und Dachorganisation der Kultureinrichtungen gegründet.“ Die Vereinsvorstände seien über die Gesellschafter der Kulturbüro Bremen-Nord gGmbH involviert.

Durch die zwei Geschäftsführer – Programm und Finanzen – und den gebündelten Kompetenzen der hauptamtlichen Mitarbeitenden sei der professionelle Blick auf Programm, Finanzen und einen guten Alltagsbetrieb gewährleistet, schließt Manfred Wemken.


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