Rettung per Stromschlag

Öffentlich zugängliche AED-Geräte sollen Sicherheit in Schwanewede erhöhen

Nils Neubauer, Nicole Koch und Tammo Löffler (von links) setzten sich für rund um die Uhr zugängliche Automatisierte Externe Defibrillatoren in der Gemeinde Schwanewede ein.Foto: fr

Artikel vom: 08.01.2026

Schwanewede – Es war nur ein kurzer Elektroschock, aber er hat einem Schwaneweder Bürger im Sommer dieses Jahres wahrscheinlich das Leben gerettet. Der Stromschlag kam von einem Automatisierten Externen Defibrillator, abgekürzt AED. Dieses medizinische Gerät kann ein Herz, das aus dem Takt geraten ist, durch einen Stromschlag wieder in den richtigen Rhythmus bringen. Aber in der Gemeinde Schwanewede gibt es keine öffentlichen AED-Geräte, die rund um die Uhr für Ersthelfer zugänglich sind. 

   Tammo Löffler, erster Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Schwanewede, Nils Neubauer,  erster Vorsitzender der DLRG-Ortsgruppe Schwanewede, und Nicole Koch, „Mobile Retter“ und Erste-Hilfe-Ausbilderin, hatten sich Anfang des Jahres nach einem Termin bei der Bürgermeisterin zu einer Arbeitsgruppe zusammengeschlossen. Ihr Ziel: Zehn AED-Geräte für Schwanewede anzuschaffen, die rund um die Uhr verfügbar sind. 

Auf rund 30000 Euro schätzen die Initiatoren die Kosten für die Geräte. Der Ausschuss für Bau und Feuerschutz stimmte ihrem Antrag im Oktober  einstimmig über alle Fraktionen zu. Doch angesichts der schlechten Finanzlage wurde der Betrag auf 8000 Euro gekürzt. 

   Tammo Löffler freut sich, dass Geld im Haushalt bereitgestellt wird. „Aber dass die Summe um drei Viertel gekürzt wurde, ist wirklich sehr bedauerlich“, sagt er. Zwar habe der Ortsrat Schwanewede zusätzlich die Anschaffung von zwei Geräten für Schwanewede beschlossen. Doch vier bis fünf Stück reichten der Arbeitsgruppe nicht.        

Auch Nils Neubauer sieht ganz dringend Bedarf für eine flächendeckende Einführung, denn die Schwaneweder Bevölkerung werde immer älter. „Und Herz-Kreislauferkrankungen nehmen stetig zu.“   

Wie wichtig AED-Geräte sind, hat Nicole Koch selbst erlebt.  Sie gehört zu den über 950 registrierten Mobilen Rettern im Landkreis Osterholz. Bei diesem  smartphonebasierten Ersthelfer-System werden qualifizierte Ersthelfer über eine App zu einem Herz-Kreislauf-Stillstand im Umfeld von wenigen hundert Metern um ihren aktuellen Standort alarmiert. „Denn dann zählt jede Minute“, sagt Nicole Koch. Sie wurde zu einer leblosen Person gerufen und traf nach nur drei Minuten zusammen mit einem weiteren Retter ein. Zusammen begannen sie sofort mit der Herzdruckmassage und der Beatmung. Kurze Zeit später kam auch der Rettungsdienst. Mit einem Stromschlag durch den AED konnte der Herzschlag des Patienten wieder in einen normalen Rhythmus gebracht werden. Heute gehe es ihm wieder gut, hat Nicole Koch kürzlich erfahren. 

Nur weil sich der Rettungswagen gerade an der Wache befand und deshalb so schnell am Einsatzort sein konnte, war auch ein AED verfügbar. Zwar gibt es einige dieser Geräte auch in Schwanewede. Sie hängen zum Beispiel im Edeka- und im Combi-Markt, bei EWE, im Rathaus und beim Golfclub. Doch alle diese Geräte sind nur zu den Öffnungszeiten zugänglich.  Die Geräte analysieren den Herzrhythmus und geben im Notfall einen elektrischen Schock ab. Die Bedienung ist so einfach, dass sie auch von Laien durchgeführt werden kann. 


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