Freie Flächen für Photovoltaikanlagen
Für das gesamtstädtische Standortkonzept für Photovoltaikanlagen sind auch Freiflächen am Godenweg in Blumenthal im Gespräch. Doch das Areal stieß auf keine Zustimmung im Beirat Blumenthal, weil mögliche Wohnungsbaumaßnahmen beeinträchtigt werden können. Foto: th
Artikel vom: 01.07.2026
Blumenthal (th) – Für den Beirat Blumenthal stellte sich eine nicht leichte Aufgabe, Entscheidungen zu treffen für großflächige Photovoltaikanlagen. Dort, wo entsprechendes Potential für einen Standort vorhanden ist, dürfe nicht außer Acht gelassen werden, dass es zu einem späteren Zeitpunkt für Wohnungsbau benötigt wird. So die einhellige Meinung der Fraktionen. Doch es spielten Landschafts- und Naturschutzmaßnahmen eine wichtige Rolle. Das wurde in einer umfangreichen Stellungnahme der Fraktion Bündnis90/Die Grünen deutlich.
Marc Pörtner unterstrich in seinen Ausführungen, dass er vorgeschlagene Flächen in Rekum ablehne, die als Bestandsteile des Landschaftsschutzgebietes ausgewiesen sind und auch landwirtschaftlich genutzt werden. Auch dem vorgeschlagenen Standort am Godenweg könne nicht zugestimmt werden, weil auf diese Weise eine mögliche Wohnbebauung ausgeschlossen sei. Und das Einzugsgebiet wäre für die Naherholung wichtig. Das bestätigte auch Christian Milpacher (SPD) und Hans-Gerd Thormeier (CDU), die auf mögliche Wohnungsbaumaßnahmen verwiesen.
Zu den weiteren avisierten Freiflächen zählen das Mühlenfleth in Rekum, die Binnendüne in Bockhorn und die ehemaligen Umladebahnhöfe des Tanklagers. Im Einzugsgebiet Rekum seien neue Siedlungen geplant, sagte Holger Jahn (CDU). Er befürchtete, dass künftig die Anwohner von Photovoltaik-Anlagen regelrecht umzingelt werden. Das stoße schnell auf direkte Ablehnung. In ihrem Papier bekennen sich die Grünen ausdrücklich zu den Zielen der Energiewende und dem zügigen Ausbau erneuerbarer Energien als Beitrag zum Klimaschutz. Zugleich sei es notwendig, die Belange des Natur-, Landschafts- und Artenschutzes nicht außer Acht zu lassen, so Beiratsmitglied Marc Pörtner (Grüne). Daher werden die Flächen in Rekum mit einer Größenordnung von fast 80 Hektar abgelehnt.
Das treffe auch auf die Fläche am Godenweg mit 18 Hektar zu. Zugleich schlägt Marc Pörtner einen Prüfauftrag für die planungsrechtliche Steuerung der Anlagen im Außenbereich der Stadtgemeinde Bremen vor. Die Planung müsse auch den Landschaftsschutz und die historische Erinnerungslandschaft berücksichtigen. Für eine weitere Fläche in Rekum wären bereits Teile als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen, weitere Abschnitte werden folgen. Zugleich weist Marc Pörtner auf die Besonderheit des gesamten Einzugsgebietes hin. So handele es sich um eine Geestlandschaft, die durch die Eiszeit entstanden sei und sandige höhergelegene Böden aufweise. Sie erhebe sich aus den Marsch- und Niederungsgebieten am Weserstrom und besitze eine besondere Landschaftsform. Es sei nicht abschätzbar, inwieweit größere Eingriffe negative Auswirkungen auf bestehende Frischluftschneisen hätten, die zu signifikanten Klimaveränderungen führen könnten. Zugleich spricht Marc Pörtner von einer historisch bedeutsamen und schützenswerten Landschaft, die eine räumliche Verbindung zwischen dem Bunker Valentin und dem Dokumentations- und Lernort Baracke Wilhelmine entlang der Lagerstraße bildet. Abschließend stellt Er fest, dass die Wohn- und Aufenthaltsqualität nachteilig beeinflusst werde, künftiger Wohnraum nur eingeschränkt möglich sei, eine Nutzung zur Naherholung ausgeschlossen werde und Blumenthal an Wohnqualität verliere.
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