Werden Räder auf die Straße gelenkt?

Umgestaltung der Landrat-Christians-Straße im Fokus

Die Neugestaltung der Landrat-Christians-Straße zählt zu den Projekten des Integrierten Entwicklungskonzeptes (IEK) Blumenthal.   Foto: th

Artikel vom: 31.08.2026

Blumenthal – (th) Um es gleich vorweg zu nehmen: die Umgestaltungspläne für die Landrat-Christians-Straße stießen im Beirat Blumenthal nicht auf Begeisterung. Besonders gefiel einzelnen Mitgliedern nicht der Vorschlag, dass Fahrräder einen Abschnitt in Höhe des Marktplatzes und des alten Rathauses auf dem Straßenzug passieren müssen. „Im Regelfall gehört der Radverkehr auf die Straße“, stellte Hanna Augustin aus dem Ressort für Stadtumbau fest. Das führte bei dem CDU-Beiratsmitglied Holger Jahn zu der Feststellung, man solle alles so belassen wie es ist. Dass Fahrräder ein Stück Straße passieren müssen, bereite ihm Bauchschmerzen. Diesen Standpunkt vertrat auch Marc Pörtner, Grüne. Holger Jahn ist mit dem Straßenabschnitt bestens vertraut, weil er jahrzehntelang mit dem Rad zu seiner Dienststelle unterwegs gewesen ist. Die Landrat-Christians-Straße zählt zu der Hauptverkehrsachse, die als Durchgangsstraße auch das Blumenthaler Zentrum anbindet. Werktäglich sind fast 10000 Fahrzeuge auf diesem Teilabschnitt unterwegs. Spürbare Verbesserungen, ja Entlastungen sind schwer durchzusetzen. Schließlich arbeiten alle beteiligten Stellen im bebauten Raum. Und alle Radwege in Blumenthal sind de facto zu schmal. Doch der Planungsentwurf sieht vor, möglichst die Anliegen aller Betroffene und Interessenverbände zu berücksichtigen. Bei einem Treffen, an dem die BSAG, Dienststellen wie das Ortsamt und die Polizei sowie der Interessenverband Blumenthal teilnahmen, konnten Ideen und Vorschläge mitgeteilt werden, Künftig  werden die Haltestellen für die Busse verschoben und die bestehende Einbuchtung aufgehoben. Vor dem Rathaus und auf der gegenüberliegenden Seite wird der Radverkehr auf einer Länge von 150 Metern auf die Fahrbahn gelenkt. Bedarfsweise gibt es auch die Möglichkeit, vor dem Restaurant Union abzuzweigen und zum Kämmerei Quartier zu fahren, um von dort die Fahrt in Richtung Vegesack fortzusetzen. Eventuell werden die Haltestellen mit den Parkplätzen getauscht, so dass die Geschäfte direkt erreichbar sind. Dafür wird ein Kurzzeitparken möglich sein. Es ist auch eine Querung vor dem alten Rathaus denkbar. Grundsätzlich sollen eine bessere Aufenthaltsqualität und mehr Parkraum geschaffen werden.  Mit der Fertigstellung des Entwurfes ist noch im Herbst 2026 zu rechnen. Nach der Vorlage der Abstimmung in der Baudeputation wird es zur Umsetzung kommen, vorausgesetzt es können alle weiteren noch offenen Fragen geklärt werden. Hans-Gerd Thormeier, CDU, räumte ein, zunächst ein Problem mit der Regelung gehabt zu haben, dass sich der Fahrradverkehr auf einem Teilstück auf der Straße bewegen soll. Erfreulicherweise würde eine breite Querung zum Kämmerei-Quartier geplant. Und er lobte die Variante, das Parkplätze direkt vor den Geschäften eingerichtet werden. Makso Tunc,SPD schloss sich seinen Ausführungen an. Marc Pörtner wollte wissen, welche Schlüsse man aus der Verkehrszählung ziehe. Er sprach sich für eine umfangreichere Entsiegelung der Flächen aus und erinnerte in diesem Zusammenhang an das Vorhaben „Schwammstadt“. Holger Jahn (CDU) bekräftigte sein ungutes Gefühl, dass es bei der Änderung der Bushaltestellen zu erheblichen Staus kommen kann, wenn zwei Busse gleichzeitig auf der Fahrbahn stehen. „Dann soll man die Straße so lassen, wie sie ist“. Aufgrund der ungeklärten Fragen wird sich noch der Sprecherausschuss mit der Thematik beschäftigen. So nahmen die Mitglieder des Beirates das IEK-Projekt zur Kenntnis. 


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