Lange Nacht der Museen

Unterwegs in Nordbremer Häusern / Projekt „Paper Police“ von Jürgen O. Olbrich

Jürgen O. Olbrich mit seinem Langzeitprojekt „Paper Police“ war in der Galerie Lichthof Kunstfabrik und „beschenkte“ die Besucherinnen und Besucher.   Fotos: as

Artikel vom: 16.06.2026

Bremen-Nord (as) – Die Lange Nacht der Bremer Museen 2026 unter dem Motto des  Themenjahrs „Phänomenal. Bremen entdecken. Wissen erleben.“ ist Geschichte. Über 240 Veranstaltungen in 30 Ausstellungshäusern – davon sieben in Bremen-Nord: Da galt es schon, eine Auswahl zu treffen.

Auf Kränholm waren Arbeiten des Malers und Bildhauers Klaus Hack zu sehen, insgesamt 32 Werke. Er arbeitet mit Holz, erstellt daraus unter anderem filigrane Türme. „Er möchte, dass man wahrnimmt, dass es ein vergängliches Material ist“, so Inga Harenborg, Kuratorin auf Kränholm. Die Ausstellung läuft noch bis zum 18. September im Kunstcafé.

Auf dem Weg zum Overbeck-Museum war Jürgen Möller vom ADFC Bremen-Nord mit einer Fahrradgruppe anzutreffen, die schon unterwegs zum nächsten Museum waren. In der Ausstellung, bestückt mit Werken von Fritz und Hermine Overbeck und Akkela Dienstbier, konnte Bilder schaukelnd erkundet werden, was die Szenerie lebendig werden ließ. Am Sonntag, 14. Juni, 11.30 Uhr, wird die Ausstellung „Felder“ hier eröffnet.

In der Galerie Lichthof Kunstfabrik war unter anderem der international tätige „Documenta“-Künstler Jürgen O. Olbrich mit seinem Langzeitprojekt „Paper Police“ zu Gast. Er „kontrolliere“ seit 40 Jahren in Deutschland, der Schweiz und in Österreich Papiercontainer im öffentlichen Raum und nehme Sachen heraus, die er für aufhebenswert empfindet; Kunst- oder Kochbücher beispielsweise oder sogar ein Brief von Albert Einstein.

Dabei kämen Berge von Material zusammen in seinem „Riesenarchiv“, die er wieder in Umlauf bringe: in konzentrierter Form, in sinnvoll zusammengestellten Paketen.

Auch die Besucher der Galerie Lichthof durften sich ein Päckchen mitnehmen, wurden aber gebeten, es im Auto oder Zuhause zu öffnen. Bei diesen Geschenken zögen Menschen sehr oft eine Verbindung zwischen sich selbst und den Dingen, die sich darin befänden. Jedes einzelne Teil trage den Stempel „Paper Police“.  Er sehe sich als Katalysator, und es mache ihm Freude, anderen eine Freude zu bereiten. 


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