Mehr Bildung statt Kindergeld?
Frank Lehmann hat eine Petition beim Bund und bei der Bremischen Bürgerschaft eingereicht.Foto: rdr
Artikel vom: 08.11.2026
Fähr-Lobbendorf – 8RDR9 Frank Lehmann ist selbstständiger Software-Entwickler und Berater für das Handwerk (dashandwerk.net). Die persönlichen Kontakte zu seinen Kunden sind ihm wichtig. „Fast jeder Handwerker klagt über mangelndes Wissen und mangelnde Bildung, egal ob bei Auszubildenden oder Praktikanten“, berichtet Frank Lehmann. Er habe sich überlegt, wie man das ändern kann. Lange habe er auch mit Ehefrau Andrea darüber diskutiert. Die Gattin sei Hebamme und erlebe es in ihrem Berufsalltag häufig, dass schon kleinste Kinder mit dem Handy oder Fernseher ruhiggestellt würden, anstatt etwas zu lernen. „Wenn Auszubildende oder Praktikanten nichts können, dann liegt das unserem Bildungssystem“, so Frank Lehmann. „Niemand wird dumm geboren.“
Ihm sei aufgefallen, dass Bremen seit Jahrzehnten Förderprogramme wie beispielsweise Bremer Konsens, Digitalpakt oder Startchancen-Programm anbietet, „aber ohne nennenswerten Erfolg.“ Es würden nur die Symptome behandelt. „Daher meine Forderung, das Kindergeld in der jetzigen Form abzuschaffen und direkt für Maßnahmen nutzen“, so Frank Lehmann. „Keinen Fördertopf mehr, sondern direkt Ganztagsschulen aufbauen, neue Lehrer und Pädagogen einstellen, sowie Schuluniformen und Ernährung integrieren.“
Der vierfache Vater stellt sich die Schule als einen Ort vor, an dem die Jungen und Mädchen mit Mahlzeiten versorgt werden und von 8 bis 17 Uhr lernen und fortgebildet werden. Heutzutage seien nicht wenige Lehrer überfordert, weil viele Eltern ihren Erziehungsauftrag „vergessen“ hätten. Die Zahl der Schulabbrecher steige, weil den Schülern die Betreuung und Förderung fehle, ist Frank Lehmann überzeugt. Der Nordbremer hat deshalb die Petition „Ganztätige Bildungsinfrastruktur“ mit dem Aktenzeichen S21-401 unter anderem in der Bremischen Bürgerschaft eingebracht, die noch bis zum 11. November gezeichnet werden kann. „Jede Stimme erhöht den Druck auf die Politik, endlich substanziell zu handeln, statt weiter an Symptomen herumzudoktern!“, so Frank Lehmann.
Patricia Brandt, Sprecherin von Bremens Bildungssenator Marc Rackles, sagte der Wochenzeitung Das BLV eine Stellungnahme zu, sobald der Petent über das Ergebnis informiert worden ist.
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