Weniger Straftaten laut Statistik
Das neue Polizeikommissariat ist inzwischen am Vegesacker Hafen eingezogen. Foto: th
Artikel vom: 11.10.2026
Bremen-Nord – (as) Die Straftaten sind zurückgegangen. Dennoch kann sich die Polizei in Bremen-Nord nicht entspannt zurücklehnen. „Wir knacken jedes Jahr neue Rekorde. Konflikte weltweit schlagen sich auch in Bremen nieder.“ Jan Müller, Chef der Abteilung Nord-West, berichtete dem Regionalausschuss Bremen-Nord, dass die Arbeitsbelastung nicht abgenommen hat. Ganz im Gegenteil: „Wir werden mit anderen Prozessen versehen,“ sagte Jan Müller und zählte Beispiele auf wie Versammlungen, Kundgebungen, Demonstrationen und den damit verbundenen Veranstaltungsschutz.
Die Ausschussmitglieder der drei nordbremischen Beiräte mussten sich an diesem Abend auf ein größeres Zahlenwerk einstellen, das sich aus der Kriminalstatistik 2025 ergeben hat. Unter der Leitung von Florian Boehlke, Ortsamtsleiter aus Burglesum, und seinen Kollegen Gunnar Sgolik (Vegesack) und Oliver Fröhlich (Blumenthal) fielen die vorherrschenden Probleme im Bremer Norden umfangreich aus. Marco Perin, stellvertretender Abteilungsleiter der Direktion Einsatz, legte den Situations- und Lagebericht des Polizeikommissariats Nord vor. Es sei oberste Priorität, Hilfe zu leisten und den Schutz der Bevölkerung sicherzustellen. Für Sofortmaßnahmen im Notfalle könne die 110 gewählt werden. Es mache Sinn, dass jede Straftat angezeigt wird. So könne man direkten Bezug darauf nehmen. Aus der Darstellung der Kriminalstatistik wird zugleich die Arbeitsbelastung deutlich. Es wäre eine Zunahme von 4,7 Prozent an Einsätzen im Vergleich zum Jahr 2024 zu verzeichnen, berichtete Marco Perin. Damit verbunden wären nicht automatisch mehr Straftaten. Im neuen Kommissariat am Vegesacker Hafen erfolgt die zentrale Aufnahme von Anzeigen. Inzwischen wäre das auch online oder telefonisch möglich. Auch der Einsatzdienst sei nach Vegesack verlegt worden. Inzwischen wurde die Dienststelle am Sedanplatz aufgegeben, während solche in Lesum und Blumenthal weiterhin existieren.
Die polizeiliche Kriminalstatistik weist für das zurückliegende Jahr in Bremen 79494 Straftaten aus, das wären 9509 weniger als 2024. Die Aufklärungsquote würde bei 47,8 Prozent liegen. Die angezeigten Wohnungseinbrüche im gesamten Bremer Raum wären stark rückläufig. Das sei auch bei Kfz (minus 22 Prozent) der Fall gewesen. Das Kommissariat in Bremen-Nord verzeichnete einen Rückgang der Straftaten um 18,3 Prozentpunkte. Damit hätte sich die Anzahl der Straftaten gesenkt. Allein der Raub auf öffentlichen Straßen und Plätzen ging um 10 Prozent zurück. Der Taschendiebstahl verringerte sich um 44,2 Prozent. Die Körperverletzung, die nach Marco Perins Worten keineswegs als Bagatelle zu bewerten sind, wären um 11 Prozent rückläufig. Der Einbruchsdiebstahl nahm um 30 Prozent ab. Damit wäre erfreulicherweise der niedrigste Stand zu verzeichnen. Auch die Anzahl an entwendeten Fahrrädern sei rückläufig. Das würde auf die technischen Aspekte zurückzuführen sein, weil immer mehr hochwertige Sicherungsmaßnahmen erfolgen. Um 7,7 Prozent nahmen die Verkehrsunfälle ab. Durch die gesetzliche Neuregelung, den Konsum von Cannabis nur bedingt unter Strafe zu stellen, wären weniger Verstöße (minus 22,4 Prozent) zu verzeichnen. Dafür würden präventive Maßnahmen mehr Bedeutung genießen. Besorgniserregend wären die zunehmende Gewalt, die sich gegen Polizeibeamte richte, aber auch Rettungspersonal, so dass deren Berufsausübung sich komplexer gestalte. Für Jan Müller ein Zeichen, dass zugleich die Bereitschaft für Gewalt zunehme. „Das dürfen wir nicht beschönigen“. Viele Taten würden in Kommissariaten stattfinden. Aus der Reihe der Ausschussmitglieder bedankte sich Holger Jahn (CDU) aus Blumenthal bei der Polizei für die geleistete Arbeit. Auch Ingo Schiphorst (Stimme Vegesacks) sprach seinen Dank aus. Nach seinen Worten sei in der Bevölkerung eine wachsende Aggressivität zu spüren. Es wäre wünschenswert, die einzelnen Vorfälle näher zu erfassen. Grundsätzlich sei es erfreulich, dass die gesamte Statistik keinen Zuwachs verzeichne. Maren Wolter (SPD), Beiratssprecherin aus Burglesum, schlug vor, auch politische Straftaten statistisch festzuhalten.
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