„Wir müssen uns alle in dieser Krise helfen“

Klasse 9e der OS In den Sandwehen präsentiert ihren Schulhausroman

„Ein Foto mit den echten Künstlern hier im Stadtteil“ würdigte die stellvertretende Schulleiterin Andrea Merrath die Schüler, die nun als Autoren bei einem richtigen Verlag vertreten sind.  Foto: nik

Artikel vom: 18.03.2025

Blumenthal (nik) – An der Oberschule in den Sandwehen sind in den vergangenen Jahren schon sieben Schulhausromane in Zusammenarbeit mit dem Bremer Literaturhaus entstanden. Der neueste wurde von der Klasse 9e verfasst. Auf Einladung von der ehrenamtlichen Mitarbeiterin Christiane Meyer stellten die Jugendlichen ihr Buch in der Bücherei Blumenthal vor. 

Die Geschichte beginnt damit, dass die Schüler ihre Haustiere in den Unterricht mitbringen dürfen. Das geht aber nicht lange gut, sodass bald mehrere Tiere entfleucht sind. Ein Mädchen wird von einem Kaninchen gebissen, welches zuvor schon von einer Schlange gebissen wurde, wie man sie gar nicht in die Schule mitbringen darf und die sich auch nicht wieder einfangen lässt. Nun bricht das Chaos aus: Das Mädchen hat sich wohl infiziert und beißt ihre Mitschüler und die sich dann gegenseitig. Eine Schülerin sitzt mit dem Handy auf der Toilette und bekommt nichts davon mit. Sie hört zwar Geschrei, aber es sei ja normal, dass auf dem Schulhof ständig Kinder herumschreien. Das gibt eine böse Überraschung. 

„Rumms!“ knallt eine Tür und die Jugendlichen schlagen auf den Tisch, sodass die Zuhörer tatsächlich erschrocken zusammenfahren. Sie wissen ihre Geschichte effektvoll mit verteilten Rollen vorzutragen. Als es einer der Figuren gelingt, sich in Sicherheit zu bringen, schallt ihr im Chor die Frage entgegen: „Wurdest du gebissen?“

Einigen Schülern gelingt es, sich im angrenzenden Wald in einem Baumhaus zu verstecken. An dieser spannenden Stelle beenden die Jugendlichen ihre Lesung und werden sofort gefragt, wie die Geschichte ausgeht. Das wollen sie aber nicht verraten, denn dafür soll man ja das Buch lesen. Mehrere Monate haben sie mit ihren Lehrern Max Reuter-Pieper und Katharina Moussalli daran gearbeitet. „Ich kann nur für mich sprechen: Für mich war das eine gute Idee“ ordnet eine Schülerin die Erfahrung ein. Das Projekt habe ihnen viele Gelegenheiten ermöglicht, sich untereinander besser kennenzulernen. „Der Klassenverband ist näher zusammengerückt“, findet auch Dr. Ian Watson. Der begleitende Schriftsteller kommt für mehrere Autorenworkshops in die Klasse, wo er die einzelnen Szenen zwischen den Schreibgruppen koordiniert. Er geht sparsam mit kreativen Ratschlägen vor, eher kommt ihm die Aufgabe des Lektorats zu.

An der Oberschule in den Sandwehen ist eine selbst für Bremen besonders große Anzahl verschiedener Kulturen vertreten. Das Literaturprofil sei jedes Jahr für zahlreiche Schüler der Grund, diese Schule anzuwählen. Man weiß die fortgesetzte Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus daher sehr zu schätzen. Die stellvertretende Schulleiterin und didaktische Leitung, Andrea Merrath, schwärmt von der glanzvollen, festlichen Stimmung an der Schule, als die Klasse ihren Mitschülern den Roman vorstellen konnte. Dank geht auch an den Beirat Blumenthal, der das Projekt ideell und finanziell unterstützt hat. Die Schulhausromane sind ein Beispiel dafür, wie der Titel „Literaturstadt Bremen“ mit Leben erfüllt wird. 

Das Buch bekommt man für fünf Euro mit der ISBN 978-3-7961-1210-2 (das ist eine Bestellnummer für Bücher) vom Schünemann-Verlag oder man kommt einfach in die Bücherei.


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