Angriff auf Moorschnucken

Erneuter möglicher Wolfsriss in der Gemeinde Schwanewede

Die möglichen Wolfsrisse in der Gemeinde Schwanewede mehren sich. SYMBOLFOTO: FR

Artikel vom: 22.06.2022

Schwanewede – (NAD) „Die Situation ist nicht mehr anders in den Griff zu bekommen“, stellte der CDU-Kreistagspolitiker und Landtagskandidat Dr. Denis Ugurcu vergangene Woche Dienstag fest und stellte einen Antrag auf Erteilung einer Ausnahmegenehmigung zur Entnahme eines Wolfes aus dem Garlstedter Rudel beim Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz. Kurze Zeit später, in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch, wurden erneut Tiere in der Gemeinde Schwanewede gerissen.  Bei Karsten Bode hat der Wolf scheinbar wieder zugeschlagen.
Karsten Bode ist erschüttert. Am vergangenen Mittwoch sprach ihn eine Nachbarin an, weil seine Schafe geblökt hatten. Der Landwirt züchtet seit Jahren Moorschnucken als Hobby und,  um die Art zu erhalten. Die Tiere stehen nämlich auf der Roten Liste. Als Karsten Bode bei seinen Tieren, die auf einer Weide nahe des Reitclubs General Rosenberg stehen, ankam, sah er, dass die meisten Tiere der Herde verletzt waren. Keines war gefressen, sondern an der Kehle oder am Euter gebissen worden. Die Tiere lebten noch. Bis er die Moorschnucken jedoch erlösen konnte, dauerte es, da noch Proben entnommen werden mussten. Bereits 2016 war Geflügel von ihm betroffen. Damals wurden auch Proben entnommen, es sei jedoch keine DNA festgestellt worden.
Die augenblickliche Situation falle definitiv unter die entsprechende Gesetzgebung des Paragrafs 45 a BNatSchG und die Wolfsrisse hätten überhand genommen, begründet Denis Ugurcu seinen Antrag. „Der erhebliche wirtschaftliche Schaden für die Landwirte, aber auch die emotionale Belastung für die Bürgerinnen und Bürger stehen in keinem Verhältnis“, äußerte er sich. Er erwarte zudem, dass die Ausnahmegenehmigung schnell erstellt werde und die Vorgaben des vergangenen Urteils eingehalten werden würden. „Wir müssen schnell handeln!“ Karsten Bode denkt, dass Regulierungen oder der Abschuss eines Tieres nichts bringe. Schweden sei bereits dabei, solche Vorhaben umzusetzen. Dort würden rund 400 Wölfe leben. In Deutschland seien es gut vier Mal soviel.
Karsten Bode sei gesagt worden, dass sein Zaun nicht den Wolfsrichtlinien entspreche. Nun fragt er sich, was er denn noch tun soll, um seine Tiere zu schützen. Sein Zaun sei bereits 1,5 Meter hoch plus 2o Zentimeter Stacheldraht oben drauf und 60 Zentimeter in der Erde eingebuddelt. Der Wolf würde dort einfach herüberspringen.
„Die Vorfälle in der Gemeinde Schwanewede, bei der mutmaßlich durch Wölfe mehrere Nutztieren gerissen und getötet wurden, sind ein ganz schlimmes Ereignis für die entsprechenden Nutztierhalter“, äußert sich Sven Sonström, beim Landkreis Osterholz für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Dem Landkreis Osterholz sei es ein großes Anliegen, dass die Nutztierhaltung – einschließlich der Weidehaltung – und das
Vorkommen des weiterhin streng artenschutzrechtlich geschützten Wolfes im Einklang stünden.
„Darum sind weiterhin alle Anstrengungen zu unternehmen, ungeachtet der Wolfsvorkommen in unserem Landkreis Nutztiere in Weidehaltung bestmöglich zu schützen. Hierzu befinden sich alle Beteiligten in einem Lernprozess, der weiter andauert.“ Bei den aktuellen Fällen seien die vom Land beauftragten Stellen und die Nutztierhalter miteinander im Kontakt, führt Sven Sonströmweiter aus.  „Das Land berät die Nutztierhalter entsprechend. Der Landkreis Osterholz kann keine darüber hinausgehende Beratung bieten oder Empfehlungen aussprechen.“


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