Pflegegrad zwei nach Corona-Impfung

Leidensweg einer Frau, die um ihr Recht kämpft

Die Impfungen haben sie krank gemacht, so Brigitte Kuhn. SYMBOLFOTO: FR

Artikel vom: 31.07.2023

Schwanewede – (RDR) Brigitte Kuhn (Name von der Redaktion geändert) möchte ihren richtigen Namen nicht nennen, denn derzeit geht sie mit einem Anwalt gegen ein Pharma-Unternehmen vor. Die Impfung gegen das Corona-Virus habe sie krank gemacht, berichtet die heute 60-Jährige. 

Im April 2021 habe ihr die Betriebsärztin die erste Spritze verabreicht, und damit begann der Leidensweg der bis dahin fitten Frau. „Ich hatte ganz dolle Grippesymptome und lag eine Woche lang komplett flach. Danach hatte ich ständig starke Kopfschmerzen, das kannte ich nicht“, erzählt sie. Wenige Wochen später ließ sie sich erneut impfen. „Ich habe mich gezwungen gefühlt“, sagt Brigitte Kuhn, die bis dahin als Sekretärin in einer Klinik gearbeitet hatte. Sie habe die Patienten nicht gefährden wollen, und zudem hätte sie ungeimpft ihren Arbeitsplatz nicht aufsuchen dürfen. „Ich habe mich impfen lassen, um meinen Arbeitsplatz zu sichern“, so die 60-Jährige. Heute ist sie nicht nur ihren Job los, sondern auch ihr „normales Leben“, wie sie sagt. Nach der zweiten Impfung sei es ihr immer schlimmer gegangen. Sie sei nicht mehr belastungsfähig und immer müde gewesen. „Ich musste mich nach der Arbeit hinlegen, und hatte überhaupt keine Koordination mehr“, berichtet Brigitte Kuhn, die zunächst keinen Zusammenhang zu den verabreichten Impfdosen gezogen hatte. Es folgten Kreislaufkollaps und Konzentrationsausfälle. „Mein Mann hat öfter den Rettungsdienst gerufen.“ Sie suchte die Hausärztin und einen Neurologen auf und erhielt den Rat, in die Psychiatrie zu gehen. Eine Psychologin habe dann jedoch festgestellt, dass ihre Beschwerden rein körperlicher Natur seien, so Brigitte Kuhn. Aus Angst um ihren Job habe sie sich ein drittes Mal gegen das Coronavirus impfen lassen, erzählt sie. „Ich wollte ja arbeiten, aber es hat sich alles nur noch gedreht.“ Stattdessen ist sie zwei Jahren arbeitsunfähig, hat Pflegegrad zwei und bezieht Erwerbsminderungsrente. Immer wieder sei sie bei Ärzten vorstellig gewesen, „aber da wurde ich sofort in die Psychoschiene geschoben“, so Brigitte Kuhn. Vor einem Jahr habe sie sich dann trotz Dreifach-Impfung mit dem Corona-Virus infiziert.

Da sei sie so vom Sofa gerutscht und habe plötzlich weder sprechen noch sich bewegen können. Mit Verdacht auf Schlaganfall sei sie ins Krankenhaus eingeliefert worden, sagt die 60-Jährige, die sich mittlerweile in erster Linie mit einem Rollator fortbewegt. 

Mit dem Bremer Allgemeinmediziner Julien Dufayet fand Brigitte Kuhn endlich einen Arzt, der sie ernstnahm und sie wegen des Post-Vac-Syndroms, also wegen der gesundheitlichen Schäden nach den Corona-Impfungen, behandelte. „Das musste ich selbst bezahlen“, berichtet Brigitte Kuhn davon, dass ihre Krankenkasse diese Leistungen nicht übernahm. In einer spezialisierten Klinik in München wurde bei ihr dann das chronische Fatigue Syndrom (Erschöpfungssyndrom) nach den Impfungen diagnostiziert. 

Mehrere Mails habe sie an Politiker geschrieben, weil sie sich mit ihrem Leiden allein gelassen fühle. Lediglich das Bremer Gesundheitsressort habe sich gemeldet und das Bedauern über ihren Zustand ausgedrückt. Beim Sozialressort wollte sie ihren Impfschaden anerkennen lassen. „Das wurde abgelehnt; es läuft ein Widerspruchsverfahren“, erzählt Brigitte Kuhn. Mit einem Anwalt geht sie auch gegen den Impfstoffhersteller vor. Sie habe wenig Hoffnung, eine Entschädigung zu erhalten. „Das würde mir meine Gesundheit und mein selbstständiges Leben aber auch nicht wiederbringen. Sie hoffe auf neue Erkenntnisse in der Forschung, um Hilfe zu erhalten, sagt Brigitte Kuhn. 

„Wenn es um die Entschädigungen bei Impfschäden geht, dann können sich Betroffene an das Amt für Soziale Dienste wenden“, erklärt Diana Schlee, Pressereferentin im Sozialressort. Sie empfiehlt folgenden Link: https://www.amtfuersozialedienste.bremen.de/dienstleistungen/leistungen-nach-dem-infektionsschutzgesetz-impfschaeden-beantragen-19087 

Würden Betroffene medizinische Hilfe beim Post-Vac-Syndrom benötigen, dann sollten sie sich an die Hausarztpraxis oder Kinderarztpraxis wenden, sagt Diana Schlee. „Falls Spezialisten zur weiteren Abklärung und/oder Behandlung herangezogen werden müssen, werden die behandelnden Haus- beziehungsweise Kinderärzte dies in die Wege leiten, da die Symptome ja durchaus unterschiedlich sein können und unter Umständen verschiedene Facharztpraxen hinzugezogen werden müssen“, so die Referentin abschließend. 


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