Überraschungsei Projektförderung
Auf dem Gelände des Jugendclubs „Ups“. Foto: as
Artikel vom: 09.07.2026
Burglesum (as) – Bereits im April ging es in der Beiratssitzung um die neue Struktur der offenen Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) ab 2027 und deren Auswirkung in Burglesum. Damals erfuhren die Mitglieder, dass der Jugendclub „Ups“ aus der institutionellen Förderung herausgenommen werden soll und lehnte dies „aufs Schärfste“ ab, da das WIN-Gebiet Marßel einen besonders hohen Bedarf an Jugendförderung aufweise.
Für die Sitzung im Juni wurden zum Thema erneut Vertreter des Amtes für soziale Dienste und der AWO Bremen eingeladen. Zukünftig werde von Amtsseite die Gesamtfläche von Bremen-Nord betrachtet, führte Pascal Wiese vom Amt für soziale Dienste aus. Ab 2027 sei es so: Wenn ein Ortsbeirat in ein Dissensverfahren gehe, gebe es keine Auszahlungen.
Jetzt gelte es, ein breites Fundament zu erarbeiten. Vielleicht gebe es Bedarfe, die man bisher noch nicht gesehen habe. In Marßel seien diese da. „Marßel ist der Standort, den wir nicht alleine lassen dürfen“, sagte er und sprach von Synergien, dass man Projekte zusammenlegen könnte. Das müsse nun erarbeitet werden. „Wenn wir mehr Klarheit haben, berichten wir.“
Burkhard Schröder von der AWO erklärte, dass es schade sei, dass man die Einrichtung nicht weiter betreiben könnte, man wolle aber Angebote vorhalten. „Wir schauen, welche Mittel es gibt, um Projekte anzumelden.“
Martin Hornhues bedauerte, dass es nicht gelungen sei, den Jugendclub in der institutionellen Förderung verbleiben zu lassen. Er hätte gern die AWO aktiver gesehen. Wenn diese aus dem Haus sei, habe man vor Ort keinen festen Ansprechpartner mehr. „Wer hat dann den Schlüssel?“, fragte er.
Er schlug vor, dass die drei Nordbremer Beiräte gemeinsam die Beschlüsse zur OKJA fassen sollten.
Es werde bei den Jugendlichen ermittelt, was ihnen in den Ortsteilen fehle, berichtete Ortsamtsleiter Florian Boehlke. Er hoffte, dass es gelinge, für die Jugendclubs ein nahtloses Angebot für 2027 auf die Schiene zu bringen.
Helga Lürßen (CDU) stellte die Frage in den Raum, was mit den Tarifen und Mieten 2027 sei. „Die Projektförderung ist ein Überraschungsei.“
Jugendliche mit Betreuungsbedarf bräuchten ein kontinuierliches Angebot vor Ort, erinnerte Maren Wolter (SPD).
Projektförderung sei eine Einsparung gegenüber der institutionellen Förderung, meldete sich Lasse Berger aus dem Publikum zu Wort. Und: „Jugendarbeit ist Beziehungsarbeit“.
Der Beirat Burglesum forderte einstimmig die Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration auf, „sicherzustellen, dass sich das Angebot für Kinder und Jugendliche in Marßel durch den Wegfall der institutionellen Förderung des Jugendclubs UPS in den nächsten Jahren nicht verschlechtern wird.“
Er erwarte, dass sich ab 2027 die Projektmittel der offenen Kinder- und Jugendarbeit für Marßel mindestens an den bisherigen Kosten des Jugendclubs „Ups“ und des Mädchen-Angebots im Quartierstreff „Bunte Mar“ orientieren und lehne eine Reduzierung des OKJA-Angebots in Marßel ab.
Das Ortsamt werde beauftragt, über die Senatskanzlei den rechtlichen Rahmen für die drei Nordbremer Beiräte zu entwickeln, gemeinsam über die OKJA-Mittel für Bremen-Nord zu entscheiden
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