Woll-Service hält am Standort fest
Benedykt Nadolski möchte auch die zweite Halle für sein Logistikunternehmen erwerben. Bereits über 100 Arbeitsplätze wurden von dem Familienbetrieb auf dem Kämmerei-Gelände geschaffen.Foto: th
Artikel vom: 19.03.2026
Blumenthal – (th) Der aktuelle Bericht über das Kämmerei-Quartier erhielt eine unerwartete Wende. Als die Ressortleiterin Simone Geßner aus dem Hause der Wirtschaftssenatorin einer Anfrage der CDU-Beiratsfraktion folgend in der Sitzung über Gewerbeflächen und Arbeitsplätze berichtete, stießen ihre Aussagen auf Widerspruch. Unternehmer Benedykt Nadolski meldete sich zu Wort und unterstrich sein Interesse, noch eine weitere Halle der ehemaligen Chemiefaser für seinen Betrieb Bremer Woll-Service käuflich zu erwerben. „Ich möchte hierbleiben und nicht umziehen.“ Schließlich wurden inzwischen über 100 Arbeitsplätze geschaffen.
In ihren Ausführungen hatte die zuständige Ressortchefin für Gewerbeflächen die Rahmenplanung für das Quartier erörtert. „Wir vermarkten die Gewerbeflächen frei.“ Mitentscheidend wären die Faktoren, um welche Interessenten es sich handele und welche Zielrichtung sie verfolgten. Man verfolge dabei die Stärkung der Wirtschaftskraft, die Wertschöpfungsintensität und die Schaffung und Sicherung neuer Arbeitsplätze. Alles basiere auf dem Integrierten Entwicklungskonzeptes für Blumenthal. Zugleich erwarte das Wirtschaftsressort eine große Strahlungskraft auf das Blumenthaler Zentrum. Man verspreche sich davon, dass der künftige Campus wie ein Motor wirken werde. Einzelne Flächen würden für Handwerksbetriebe geschaffen, die wiederum Ausbildungsangebote offerieren werden. Es existiere ein Areal von 26,6 Hektar. Davon erschlossen wären 22,5 Hektar, während das bei 4,1 Hektar nicht der Fall sei. Vermarktet wären 17,4 Hektar, noch frei 8,4 Hektar.
Aus den Reihen des Beirates richteten sich Fragen nach der Strategie, mit kleinteiligem Gewerbe das Blumenthaler Quartier wiederzubeleben. Bestehende Betriebe würden abgesichert sein. Entsprechende Vorgaben würde der bestehende Bebauungsplan festlegen, erklärte Simone Geßner. Konkrete Umsiedlungen kämen nur infrage, sofern die Nutzung massiv den Entwicklungszielen widersprechen würde. Entsprechende Verhandlungen würden gegenwärtig mit den ehemaligen Chemiefaser-Hallen geführt. Eine aktuelle Zahl über bereits geschaffene Arbeitsplätze im Kämmerei-Quartier könne sie nicht nennen. „Wir hoffen, dass von Neuansiedlungen viele Blumenthaler profitieren können.“
Beiratssprecher Hans-Gerd Thormeier (CDU) verwies auf das große Interesse von dem Betreiber der Chemiefaser, die Produktion und die Lagerhallen zu mieten oder zu kaufen. Das soll so bleiben, so der Betreiber. Marc Pörtner (Grüne) wollte näheres erfahren über die Größe der Hallen. Existieren weitere Pläne oder Interessenten, welche weiteren Schritte sind vorgesehen? Simone Geßner berichtete, dass ein Brandschutz für eine Halle nicht gegeben sei. Dabei verwies sie auf die Gewerbeflächen in Farge-Ost, dass dort ein Grundstück angeboten wurde. Nach ihren Worten würde die Ertüchtigung eines Brandschutzes eine Millionen Euro betragen. Das Mieten von Hallen sei günstiger, wenn die Sanierung selbst durchgeführt wird. Bislang würde der bisherige Nutzer auf dem ehemaligen BWK-Gelände nur geduldet.
Benedykt Nadolski meldete sich zu Wort und berichtete, dass er 36 Jahre auf dem BWK-Gelände tätig gewesen und der erste Interessent gewesen sei, der sich selbstständig gemacht hat. Er bezeichnete die in diesem Zusammenhang gemachten Aussagen von Simone Geßner als nicht richtig. Nach seinen Darlegungen besäße seine Firma, der Bremer Woll-Service, bereits eine Halle und hätte für eine Brandschutzanlage lediglich 100 000 Euro bezahlt. „Wir möchten eine weitere Halle erwerben und sie auf Vordermann bringen“, lautete sein Credo. Sein Familienbetrieb habe bereits über 100 Arbeitsplätze geschaffen.
Nach den Ausführungen von Thomas Bergmann (CDU) würden zwei Unternehmen, Stahl und Nadolski sich einbringen und engagieren, um Blumenthal nach vorne zu bringen. „Warum werden sie nicht vorrangig berücksichtigt?“ Auch für Marc Pörtner (Grüne) müssen die Firmen unterstützt und ihnen entgegengekommen werden, die vor Ort sind. Nach den Worten von Ortsamtsleiter Oliver Fröhlich existiere ein Gewerbeentwicklungsplan, dem der Beirat bereits zugestimmt hätte.
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