Historische Namen für Uferzone

Große Akzeptanz für Australienkai und Am Müllerloch beim Blumenthaler Beirat

Die künftige Uferzone am ehemaligen BWK-Gelände soll die Namen Am Müllerloch (Foto) und Australienkai tragen. Foto: th

Artikel vom: 23.04.2026

Blumenthal – (th) Für die künftige Weseruferpromenade am ehemaligen Kämmerei-Quartier sind zwei Namen gewählt worden. Der Beirat verständigte sich einstimmig auf zwei Bezeichnungen, die unmittelbar mit der Historie der BWK in Verbindung stehen. Es handelt sich um den Uferabschnitt zwischen dem Einkaufszentrum und Wätjens Park. 

Den Vorschlag hatte der Vorstand des Stadtgeschichtlichen Dokumentationszentrums Blumenthal eingereicht, vertreten durch den Vorsitzenden Gerhard Koopmann und die Kassenwartin Christiane Mües. Walter Schörling aus dem Archivteam nahm in der Beiratssitzung näher Stellung. So sollte die Wegstrecke in drei Namensabschnitte unterteilt werden. Den Anfang solle an der Bahrsplate der Namenszug „Am Müllerloch“ nehmen, gefolgt vom Australienkai, wo sich der alte Pier befand sowie dem Namen Ludwig-Cobliner-Ufer, beginnend an der historischen Achse. 

In dem Antrag erinnert das Doku zugleich an die Namen, die für den Stadtteil eine große Rolle gespielt haben. So wurde die ehemalige Auemündung als Müllerloch bezeichnet, weil sich dort ein Anlegeplatz befand, wo Getreideladungen für die Blumenthaler Mühle und weitere Güter angelandet wurden. Bis in den 1980er Jahren trug die Wegeverbindung, ausgehend von der Landrat-Christians-Straße zum Kämmereigelände und der Rückseite des alten Rathauses bis zum Blumenthaler Hafen den Namen „Zum Müllerloch“. Später wurde ein Teilbereich aufgeschüttet und verdichtet, um ein Einkaufszentrum zu errichten, schreibt das Doku. 

Die Verlängerung der Uferpromenade soll bis zur historischen Achse auf dem Kämmereigelände Australienkai heißen. Auf diesem Abschnitt wurde die Rohwolle aus Übersee gelöscht, an einer extra errichteten Spundwand. Der fünfte Kontinent bildete neben Südamerika und Südafrika das Hauptimportland der zur verarbeitenden Schafswolle für die BWK. Damit soll zugleich die einstige wirtschaftliche Verbundenheit der BWK mit den globalen Wollhandelsplätzen betont werden, so das Doku. 

In dem Antrag wurde auch der Name Ludwig Coblin vorgeschlagen. Der frühere Rechtsanwalt und Notar aus Blumenthal wurde wegen seiner jüdischen Herkunft am 9. November 1938 aus seinem Haus geholt und im Jahre 1945 ermordet.

Beruflich hatte sich der verdiente Bürger Coblin um wenig begüterte Leute gekümmert, zu denen auch die Arbeiterschaft der BWK gehörte. Der Beirat stimmte den vorgeschlagenen Bezeichnungen Am Müllerloch und Australienkai zu.

Bei dem Namen Ludwig Coblin sah sich der Beirat gezwungen, an einen Beschluss festzuhalten, der für die kommende Zeit weibliche Namen im Ortsteil verwenden soll, so Beiratssprecher Hans-Gerd Thormeier (CDU). Ein Frauenname sollte nach Möglichkeit für eine Schule auf dem ehemaligen BWK-Gelände verwendet werden, während Marc Pörtner (Grüne) es für denkbar hielt, es bei den vorgeschlagenen Namen zu belassen.

Abschließend stimmte Walter Schörling dem Kompromissvorschlag zu, sich für einen anderen Namen zu entscheiden, der ebenfalls mit der BWK in Verbindung steht und gegebenenfalls erneut einen Antrag zu stellen. 


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