Marktplatz als Mittelpunkt

Entwurf wurde der Öffentlichkeit vorgestellt

Der Marktplatz in Blumenthal soll ein neues Gesicht erhalten und zu einem lebendigen  Zentrum umgestaltet werden. Foto: th

Artikel vom: 28.04.2026

Blumenthal – (th) Der Marktplatz in Blumenthal wird wieder mehr in den Mittelpunkt rücken. Das wurde aus dem Entwurf deutlich, der kürzlich dem Beirat vorgestellt wurde. Dafür ernteten die Fachleute viel Anerkennung und Zustimmung aus den Reihen des Beirates. Auch die umliegenden Verbindungsstraßen werden berücksichtigt werden. 

In erster Linie verfolgt das zuständige Ressort für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung gemeinsam mit dem beauftragten Planungsbüro das Ziel, dem Zentrum mehr Aufenthaltsqualität zu verleihen. Daher wird viel Wert auf eine spürbare Verkehrsberuhigung gelegt. Kurzum: es soll mehr Raum für temporäre Nutzungen geschaffen werden. Auch von einer Fußgängerzone ist die Rede. Zugleich wird eine bessere Querung zum künftigen Kämmerei-Quartier geschaffen. Ein Übersichtsplan teilt sich auf in die Bereiche Fresenbergstraße, südliche Mühlenstraße, alter Marktplatz und ein Teilbereich des Landrat-Christians-Straßenzuges. An den betreffenden Haltestellen wird der Fahrbahnrand barrierefrei gestaltet und die Busse aus den Buchten geholt. Eine Einbahnstraßenregelung wird in dem betreffenden Abschnitt der Mühlenstraße und dem oberen Teil der Kapitän-Dallmann-Straße eingerichtet werden, so dass man nicht in die Mühlenstraße fahren kann. Es sollen neue Räume geschaffen werden. Somit wird die südliche Mühlenstraße über eine maximale Breite von vier Metern verfügen und mehr Platz für die Seitenräume entstehen, während der Radverkehr in beiden Richtungen abfließen kann. Bestehende Pflasterungen werden gegen eine Asphaltdecke ausgetauscht. 

Durch die Bürgerbeteiligung wurde Kritik registriert, dass der PKW-Verkehr erheblich Störungen verursachen würde. Auf dem Marktplatz wird die rote Pflasterung herausgenommen. Fußgänger genießen Vorrecht, während Fahrräder auch diesen Abschnitt passieren können. Der Abschnitt der Landrat-Christians-Straße wird auf 30 km/h reduziert und die Fußgängerampel zum alten Rathaus versetzt. Ursprünglich war auch eine Fußgängerinsel im Gespräch, die jedoch verworfen werden musste. 

Damit es vor den beiden Fachgeschäften zu keinen Behinderungen kommt, sollen die Fahrräder auf die Straße geholt und Piktogramme aufgebracht werden. Doch für diese Planung äußerten Beiratsmitglieder größere Bedenken. Für den Marktplatz liegen umfangreiche Pläne für eine umfassende Neugestaltung vor. So werden grüne bepflanzte Inseln entstehen. Auf den Pflanzflächen werden trocken- und hitzebeständige Gräser Verwendung finden. Auch schattenspendende Bäume werden nicht fehlen. Man hätte Hölzer ausgesucht, die Hitzestau und Streusalz verkraften können. Es werde viel Fläche entsiegelt und eine gute begehbare Gehfläche entstehen. Dafür werden kleinformatige Riemchen eingesetzt, um das Kopfsteinpflaster auszutauschen. 

„Wir wünschen uns mehr Leben. Daher brauchen wir mehr Begegnung auf dem Marktplatz“, so die Planer. Künftig werden Spielgeräte aufgestellt. Dazu zählt eine silberne Halbkugel und Spirale aus Edelstahl. Spielsäulen werden diverse Möglichkeiten bieten für eine Fülle von Aktivitäten, die digital abgerufen werden können.  Auch eine Veranstaltungsbühne und Fahrradstellplätze sind vorgesehen. Multifunktionale Sitzlandschaften werden zugleich den Patz aufwerten.  Auch eine Sitzwelle wird vor dem Kita zu finden sein. 

„Blumenthal wird zu neuem Leben erweckt“, fasste Holger Jahn (CDU) seine Eindrücke zusammen. Erfreulich sei es, dass die bestehenden Skulpturen ihren Platz behalten. Marc Pörtner (Grüne) drückte seine Freude aus, dass viel Bodenfläche entsiegelt wird. Es bereite ihm Bauchschmerzen, das Radfahren abschnittsweise auf die Landrat-Christians-Straße zu verlegen. Auch die SPD begrüßte die Pläne. Kay Bienzeisler sprach sich für verkehrsberuhigende Maßnahmen aus, um zugleich bestehende gastronomische Betriebe zu unterstützen. Bedenken äußerte Rebekka Schmidt (SPD) über die Einengung der Mühlenstraße, wenn sich Autos und Fahrräder begegnen. Auch Beiratssprecher Hans-Gerd Thormeier (CDU) bewertete es positiv, dass der Platz und die umliegenden Straßen attraktiv gestaltet werden. Einen wichtigen Stellenwert nehme die örtliche Gastronomie ein. 

Viel Zustimmung für die Umgestaltungspläne gab es vom ADFC. Es sei positiv, dass auch Räder den Marktplatz passieren können. Es sei jedoch abwegig, Radfahrende als „Puffer“ auf der Landrat-Christians-Straße zu „nutzen“. Ortsamtsleiter Oliver Fröhlich bewertete den Vorschlag, das Radfahren gegenüber dem alten Rathaus zu verlegen, als schlechteste Idee. Darin sei man sich im Beirat einig. Dafür wird es auch keine Zustimmung geben. Die Planer verwiesen auf ihr Bemühen, viele Kompromisse zu finden. Es sei ein Umdenkungsprozess nötig. Durch die Verkehrsführung müsse sich vieles ändern. Doch alle Wohnhäuser und Plätze würden künftig erreichbar sein. Der Beirat nahm abschließend die Vorstellung der Pläner zur Kenntnis. Eine abschließende Stellungnahme wird folgen.


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