Hartnäckigkeit zahlte sich aus

Nordbremer und ihre Erfahrungen bei der Vergabe von Impfterminen

Im Kampf gegen das Corona-Virus wird verstärkt auf die Impfung als Schutzmaßnahme gesetzt.FOTO: FR

Artikel vom: 31.03.2021

Bremen-Nord – (RDR) In der vergangenen Ausgabe haben wir über einen 71-jährigen Rönnebecker mit Vorerkrankungen berichtet, der sich gegen das Corona-Virus impfen lassen kann – allerdings nur im Impfzentrum in der Innenstadt, nicht aber in Bremen-Nord. Nach diesem Artikel erreichten uns viele weitere Anrufe und Nachrichten. Dabei schilderten Menschen ganz unterschiedliche Erfahrungen. „Unsere Mitglieder sind fast alle älter als 60, viele sogar über 80 Jahre alt. Von den schon Geimpften erfuhren wir viel Lob über die Organisation der Coronaimpfungen in Bremen“, schreibt Georg von Groeling-Müller für den Sozialverband Deutschland, Ortsverband Lesum.  
„Man wird per Brief benachrichtigt, dass man an der Reihe ist. Der Brief beinhaltet einen persönlichen Code und fordert auf, per Telefon einen Termin vorzuschlagen“, berichtet Georg von Groeling-Müller, der in der Messehalle in der Innenstadt geimpft wurde. Da habe alles reibungslos geklappt. „Dabei kann man auch sagen, ob man per Taxi abgeholt werden möchte. Die Taxifahrt ist kostenfrei.“ Ein anderer Leser aus Rekum, er wird in Kürze 79, ärgerte sich mächtig. „Ich soll nach Bremen fahren, anstatt nach Vegesack. Ich habe kein Auto, und im Bus fühle ich gar nicht wohl.“ Ihm habe man gesagt, dass die Taxifahrt derzeit nur für Menschen übernommen wird, die älter als 80 Jahre sind. Der Mann will nun warten, bis sein Hausarzt ihn impfen darf.  
Eine Aumunderin, die dieses Jahr 78 Jahre alt wird und diverse Vorerkrankungen hat, berichtet davon, die Gesundheitssenatorin direkt angeschrieben und angerufen zu haben. Ihr wurde nämlich ein Impftermin im Messezentrum gegeben. „Ich finde es katastrophal und unerhört, dass ich bei steigenden Zahlen in öffentliche Verkehrsmittel steigen soll. Da setze ich mich doch erst recht dem Risiko einer Infektion aus!“ Die Leserin ließ nicht locker und erhielt ein zweites Schreiben mit einem neuen Code. Nun freut sie sich über ihre Impftermine im April und im Mai in der Strandlust in Vegesack. „Da kann ich dann mit dem Rad hinfahren.“
Ein weiterer Aumunder, 78 Jahre alt, sollte ebenfalls ins Messezentrum fahren, „aber das habe ich abgelehnt.“ Auf seine erste Beschwerde-Mail ans Gesundheitsressort sei ihm mit Hinweis auf die Telefonnummer des Impfzentrums geantwortet worden. Der Mann blieb hartnäckig und schrieb eine weitere Nachricht, in der er ausführlich begründete, warum er in Vegesack geimpft werden wolle. Daraufhin habe er ein Schreiben mit einem neuen Code erhalten und werde nun doch in Vegesack geimpft. „Man darf sich nicht ins Bockshorn jagen lassen“, findet der Aumunder und berichtet von seinem Bekannten aus Gröpelingen. Der wäre gerne zum näher gelegenen Impfzentrum auf der Bürgerweide gefahren, hätte aber nur Termine in Vegesack bekommen.
Eine Grambkerin, noch keine 80 Jahre alt, sollte ebenfalls mit AstraZeneca in der Messehalle geimpft werden. Sie habe angerufen und um einen Termin in Vegesack gebeten, berichtet die Frau. Den habe sie ganz unkompliziert zeitnah auch erhalten, so die ehemalige Justizangestellte mit Vorerkrankungen.


Weitere interessante Artikel

Zehnte Ostereier-Aktion

Region – (as) Bereits zum zehnten Mal hat der Lions Club „Bremer Schweiz“ sein Sammel-Osterei für den guten Zweck aufgelegt.     Insgesamt 6000 runde ...

„Zufällig“ am Einbruch beteiligt

Blumenthal – (rdr) Für den Staatsanwalt war der Angeklagte ein alter Bekannter, gegen den am Freitag wegen versuchten Wohnungseinsbruchdiebstahls und Diebstahls mit einer Waffe am ...

Bremen-Nord eine Stimme geben

Bremen-Nord – (rdr) Philipp Romeiser ist Geschäftsführer der Romeiser Plus Architekten und Projektentwickler GmbH. Der Architekt ist schon seit über zehn Jahren Mitglied im ...

Ein Herzensprojekt

Region – (as) „Glück ist das Einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt“ – diesen Ausspruch von Albert Schweitzer haben sich Elke und Rainer Rogge auf die Fahnen ...

Versorgung ist im Winter schwierig

Region – (rdr) Das Winterwetter und Krankheitswellen sorgen dafür, dass Blutkonserven teilweise knapp werden. Einige Menschen sehen von einer Blutspende ab aus Angst, bei Eis und Schnee zu ...

Kinderärzte ungleich verteilt

BREMEN-NORD – (nik) Obwohl in Bremen-Nord besonders viele Kinder und Jugendliche leben, gibt es deutlich weniger Kinderarztpraxen als in anderen Stadtteilen. In einem Brief an das ...

Gewinne für kreative BLV-Leser

Bremen-Nord – (rdr) Wie in jedem Jahr hat die Wochenzeitung Das BLV mit Hilfe der Leserinnen und Leser eine Weihnachtsausgabe mit vielen Geschichten, Gedichten und Fotos produziert. Die besten ...

Lange Wartezeit in der Notaufnahme

Bremen-NOrd – Hilde Tauchert (Namen von der Redaktion geändert) möchte auf keinen Fall mehr in die Notaufnahme des Klinikums Bremen-Nord. Die 93-Jährige war am Samstag, 3. ...

Geändertes Elektrogerätegesetz

Bremen – (as) Hersteller von elektronischen Geräten sind seit Beginn des Jahres verpflichtet, diese nicht nur zurückzunehmen, sondern auch zu recyceln. So soll laut Bundesregierung ...