Vorsicht vor „Buch-Betrügern“

Polizei gibt Tipps und bittet um Mithilfe zur Aufklärung eines aktuellen Falls

Die Polizei empfiehlt, misstrauisch zu sein, wenn jemand für alte Bücher viel Geld bietet.   Symbolfoto: fr

Artikel vom: 19.02.2025

Region (as) – In Stapelfeld bei Cloppenburg wurde im Dezember ein 79-jähriger Mann in seinem Haus überfallen und körperlich schwer misshandelt. Er schwebt noch immer in Lebensgefahr. Seitens der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta wurden Ermittlungen aufgenommen. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass die Tat im Zusammenhang mit sogenannten „Buch-Betrügern“ aus Ostwestfalen und Bremen stehen könne, heißt es seitens der Beamten.

„Diese Betrugsform zeichnet sich dadurch aus, dass die Betrüger vornehmlich Senioren auf perfide und skrupellose Weise völlig überteuerte Bücher – sogenannte Faksimile: originalgetreue Nachbildungen historischer Dokumente, Bibeln und mehr – für mehrere tausend Euro anbieten. Die Senioren verlieren dabei in vielen Fällen ihr gesamtes Vermögen“, heißt es seitens der Polizei Bremen. Diese Masche sei im Allgemeinen bekannt, es komme immer mal wieder auch in Bremen zu solchen Betrugsfällen. „Die Betrüger gaukeln den Opfern einen hohen Sammlerwert und eine lukrative Weiterverkaufsmöglichkeit vor. Die gelieferten Bücher erweisen sich in Wirklichkeit jedoch als wertlos. Oft werden die Verbraucher zusätzlich zur Aufnahme von Krediten gedrängt, um den Kauf finanzieren zu können“, weiß die Bremer Polizei.

Sie empfiehlt, keine Vertreter ins Haus zu lassen, nichts zu unterschreiben, sich eine Bedenkzeit zu nehmen und sich unabhängig beraten zu lassen. „Widerrufen Sie einen geschlossenen Vertrag innerhalb von 14 Tagen, wenn Sie doch etwas unterschrieben haben.“ Die Polizei gibt einen Hinweis zum Widerrufsrecht: „Eine Masche der Händler zielt darauf ab, das Widerrufsrecht auszuschließen, indem sie die angebotenen Bücher zum Beispiel durch individuelle Applikationen, Gravuren oder Ähnliches als kundenspezifische Anfertigung verkaufen (Vgl. § 312g Abs. 2 Nr. 1 BGB) Prüfen Sie, ob der Vertrag wegen Wuchers angefochten werden kann.“ Des Weiteren soll niemals die Giro-Karte oder die dazugehörige PIN an die Vertreter herausgegeben werden.

Bei Fragen und Problemen könne sich an die örtliche Polizeidienststelle gewendet und Anzeige erstattet werden. Seitens der Cloppenburger Polizei wird berichtet, dass diese Art von Betrug deutschlandweit in den vergangenen Jahren immer wieder zur Anzeige gebracht worden sei. Zumeist ältere Personen würden von „Verlagsmitarbeitern“ auf ihre wertvollen Buchreihen, zum Beispiel den Brockhaus, angesprochen. Diese, so werde ihnen mitgeteilt, seien im Laufe der Jahre an Wert gestiegen. Es werde angeboten, die Reihe abzukaufen, aber nur, „wenn die bestehende Buchreihe um weitere Bücher, sogenannte Faksimiles, ergänzt wird.“ Eine weitere Wertsteigerung bei Zukäufen werde in Aussicht gestellt.

Die Polizei Cloppenburg rät: „Machen Sie sich bewusst: In den seltensten Fällen wird eine Buchreihe oder Ähnliches derart viel Wert sein. Seien Sie misstrauisch gegenüber vermeintlichen (Gewinn-)Versprechen oder bei Stichworten wie ‚Schnelles Geld machen‘. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl: Niemand schenkt Ihnen einfach etwas! “ Zudem sollen das persönliche Umfeld und die Polizei kontaktiert und zu Rate gezogen werden, um sich abzusichern, keine persönlichen oder finanziellen Informationen preisgegeben und Fremden kein Bargeld gegeben werden.

Die Polizei bittet die Bevölkerung um Mithilfe bei der Aufklärung eingangs geschilderten Falls: Entsprechende Hinweise nimmt die Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta telefonisch unter 04471/­18600 oder per Mail an hinweis-raub@pi-clp.polizei.niedersachsen.de entgegen. Präventionstipps und Hinweise gibt es im Internet: www.polizei-beratung.de.


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