„Schätze neu entdecken“  

Bürgermeister Bovenschulte zu Kultur 

Bremens Bürgermeister, Präsident des Bremer Senats und Kultursenator Dr. Andreas Bovenschulte zeigt sich erfreut darüber, dass wieder kulturelle Aktivitäten möglich sind. FOTO: Senator für Kultur

 

Artikel vom: 16.08.2021

Bremen – (AS) „Unser Sommer 2020“ heißt der Titel unserer Sonderseiten 25 bis 36 in dieser Ausgabe. Auch für dieses Jahr waren wieder zahlreiche Veranstaltungen – sowohl drinnen als auch draußen – geplant, wie beispielsweise LA STRADA, der „Sommer in Lesmona“ der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen oder die Kunst:Route 2020. Die fallen wegen der Corona-Pandemie nun aus. Was trotzdem stattfindet und wie betroffenen Künstlern geholfen wird, haben wir Kultursenator Dr. Andreas Bovenschulte gefragt.

Das BLV: Gibt es Zahlen darüber, wie viele Kulturangebote in Bremen in diesem Sommer wegen der Corona-Pandemie wegfallen?

Dr. Andreas Bovenschulte: Keine Frage, die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen haben die Kulturakteure in Bremen hart getroffen – wie ganz viele andere Menschen in Bremen und Bremerhaven ja auch. Die Folgen werden uns noch lange begleiten. Eine genaue Zahl, wie viele Veranstaltungen tatsächlich ausfallen mussten, liegt aber nicht vor. Zumal die Dauer der Krise mittlerweile zur Folge hat, dass viele kleine Veranstaltungen erst gar nicht geplant wurden und deshalb auch in keiner Statistik auftauchen.

Das BLV: Mit welchen Maßnahmen unterstützen Sie die Kulturschaffenden?

Dr. Andreas Bovenschulte: Kultur ist ein wichtiger Teil der Lebensqualität in einer Stadt. Daher möchte ich, dass wir auch nach der Pandemie ein attraktives Kulturangebot für alle Menschen in Bremen haben.

Damit wir auch nach der Pandemie ein attraktives Kulturangebot haben, fördern wir die Kultureinrichtungen verlässlich weiter. So erhalten wir mehr kulturelle Infrastruktur und damit künstlerische Vielfalt. Und wenn corona-bedingt eine Veranstaltung ausfällt, werden die vertraglich vereinbarten Honorare von institutionell geförderten Einrichtungen in der Regel trotzdem gezahlt. So ist es vereinbart.

Für viele freie Kulturschaffende ist die Lage allerdings dramatisch, da sie fast keine Einnahmen mehr haben. Wir haben darauf rasch reagiert und ein Sofortprogramm auf den Weg gebracht, das in enger Abstimmung mit den Fachverbänden genau auf die Bedürfnisse freier Künstlerinnen und Künstler zugeschnitten ist. Das Programm läuft noch bis Ende August. Für selbstständige professionelle Künstlerinnen und Künstler haben wir damit eine Förderlücke geschlossen, weil diese Menschen sonst oft Grundsicherung beantragen müssten. Der Bundesrat hat auf Initiative Berlins und Bremens Anfang Juni die Bundesregierung aufgefordert, auch bundesweit monatliche Pauschalzahlungen im Sinne eines Unternehmerlohns zu ermöglichen. Dies würde vielen Solo-Selbstständigen sehr helfen – nicht nur in der Kultur.

Das BLV: Wo können sie sich weitere Hilfen holen?

Dr. Andreas Bovenschulte: Alle Informationen für die Kulturschaffenden in der Corona-Krise haben wir auf der Homepage des Kulturressorts zusammengestellt. Es gibt für Selbstständige und Unternehmen zudem die Programme des Landes und des Bundes. Beide verwaltet die Bremer Aufbaubank.

Das BLV: Welche Events können besucht werden?

Dr. Andreas Bovenschulte: Natürlich freue ich mich, dass kleine Kulturveranstaltungen langsam wieder stattfinden können. Wenn ich eine einmal herausheben darf, dann die Initiative der Bremer Shakespeare Company für ein sommerliches Kulturprogramm unter freiem Himmel. Motto: „Sommer Summarum“. Einfach klasse! Wir unterstützen diese tolle Initiative auch finanziell und ich finde es großartig, dass sich so viele Einrichtungen und Akteure aus den verschiedensten Sparten wie Theater, Tanz, Musik oder Literatur angeschlossen haben. Start ist meines Wissens am 18. Juni, gespielt wird unter freiem Himmel in ganz Bremen. Übrigens auch in Bremen-Nord, in Knoops Park. Aber bei aller Freude über solche Initiativen habe ich eine Bitte: Der Gesundheitsschutz ist auf jeden Fall einzuhalten, also vor allem der Abstand zu anderen Besuchern.

Das BLV: Was sollte man auf keinen Fall verpassen?

Dr. Andreas Bovenschulte: Die Pandemie hat wieder einmal vor Augen geführt, dass alle Planungen unsicher sind, insbesondere, wenn sie die Zukunft betreffen. Ich freue mich aber, dass unter den Maßgaben des Gesundheitsschutzes überhaupt wieder kulturelle Aktivitäten möglich sind.  Auf das „Sommer Summarum“ habe ich schon hingewiesen, aber auch die Museen haben wieder geöffnet und ich würde mir wünschen, dass die Menschen die Gelegenheit nutzen würden, die Schätze der Sammlungen dort neu zu entdecken – in Bremen-Nord im Overbeck-Museum oder im Schloss Schönebeck, oder auch in der neuen Dauerausstellung der Kunsthalle.

Das BLV: Wie verbringen Sie selbst Ihren Sommer?

Dr. Andreas Bovenschulte: Mir geht es wie ganz vielen Menschen in Bremen und Bremerhaven auch. Ich sehne mich nach Sonne und Erholung – aber das ist mit Corona ja nicht so einfach. Am Ende läuft es vielleicht auf einen Urlaub in „Bad Meingarten“ und „Balkonien“ hinaus.

Das BLV: Vielen Dank.


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