„Ein lebendiger Ort soll es sein!“
Sven Uhrhan, Katharina Waschau, Matthias Rottmann, Jan Frers, Arend Bewernitz, Simone Geßner, Christian von Wissel und Stefanie Rohbeck (von links).Foto: th
Artikel vom: 01.11.2026
Blumenthal – (th) Das Gelände der früheren Bremer Wollkämmerei (BWK) wird zu einem lebendigen Campus entwickelt, der die Bereiche Bildung, Gewerbe und Denkmalschutz vereint. Allein fünf Berufsschulen und eine Oberschule sind fest eingeplant. Über 700 Schüler werden im Kämmerei- Quartier künftig unterrichtet werden. Hinzu kommen 120 Lehrkräfte. Es werden insgesamt sechs Schulprojekte entstehen, führte Sven Uhrhan aus der Pilotgesellschaft für Bildungsbau kürzlich im Bamberger-Haus Bremen aus. Das Zusammenspiel von mittelständischen Gewerbebetrieben und Bildungseinrichtungen sollen bewirken, voneinander zu lernen und zu profitieren. „Wir können dem Standort neues Leben geben. Ein lebendiger Ort soll es sein.“ Der Stadtentwicklungsexperte sprach von offenen Schulhöfen, die keine Zäune benötigen. Auf diese Weise soll sich das Quartier zum Stadtteil öffnen. Für die Fertigstellung der Gebäude wird das Jahr 2030 angepeilt. Es sei eine sehr ambitionierte Zielplanung. Dabei hob Sven Uhrhan die personelle Leistung aller Beteiligten hervor.
Ein entscheidendes Jahr im Kämmerei-Quartier sei 2008 gewesen, als das bedeutende BWK-Unternehmen, das auf dem Weltmarkt eine große Rolle spielte und in Blumenthal auf einer Fläche von 400000 Quadratmetern angesiedelt war, seinen Betrieb einstellte, so Christian von Wissel, der den Abend moderierte. Mit den Worten „Freuen sie sich auf einen spannenden Abend“ begrüßte Senatsbaudirektor Arend Bewernitz zahlreiche Interessierte, die mit der Thematik betraut waren. Für den Einstieg sorgte Lorene Pethig vom Amt für Denkmalpflege. In ihrem Bildervortrag präsentierte sie eine Reihe von ortsprägenden denkmalgeschützten Gebäuden aus Blumenthal wie die Burg Blomendal, das Kahnschifferhaus und das Schloss in Wätjens Park, einzelne historische Gebäude der BWK, das alte Rathaus und Wohnungshäuser.
Simone Geßner aus dem Wirtschaftsressort schilderte ausführlich den laufenden Prozess. Der Startschuss fiel, als ein Teilgrundstück von 23 Hektar Größe erworben wurde. Mithilfe eines Masterplanes wurde zugleich die Entwicklung des gesamten Areals angeschoben. Durch die Masterplanung wurde die neue Weserpromenade hergestellt, unmittelbar dahinter befindet sich eine Spundwand für den Hochwasserschutz. Stefanie Rohbeck sprach von einem zweistufigen Planverfahren zur Entwicklung eines Gewerbe- und Bildungscampus. Das Rathaus umfasst eine räumliche Größe von 3134 Quadratmetern. Davon beträgt die Grundfläche 520 Quadratmeter. Das bestehende Bestandsgebäude ist weitgehend in seinem Ursprung erhalten geblieben, berichtete Jan Frers von Immobilien Bremen. Eine große Herausforderung sei es gewesen, einen Plan für den Anbau des Rathauses zu entwerfen. „Hier war nichts geklärt“, so Stadtplaner und Architekt Matthias Rottmann. Das betreff auch die Frage: Wo kann ich etwas anbauen?“ In dem gesamten Komplex ist ein multifunktionales Gebäude mit verschiedenen Nutzern vorgesehen, darunter die Polizeidienststelle, Bibliothek und weitere öffentliche Einrichtungen, um das ehemalige Rathaus zum Quartierhaus zu entwickeln. Insgesamt 15 Planungsbüros hätten Entwürfe eingereicht, berichtete Matthias Rottmann. Das Berliner Büro Felgendreher Olfs Köchling konnte sich erfolgreich durchsetzen mit dem Vorschlag mit einem Anbau, bestehend aus Ziegelfassade und Betonteilen im Erdgeschoss, lichtdurchflutet mit geringen Höhen im Innenbereich und einer Tonnendachkonstruktion.
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