„Lassen Sie keinen rein!“

Straftatvermeidung: Kontaktpolizist Andreas Dölvers mahnte zur Vorsicht

Mit Hilfe einer Türkette oder eines Spions können Bewohner schauen, wer vor der Wohnung steht, und damit ungebetene Gäste außen vor lassen. Die Tür sollte geschlossen bleiben, während ein Anruf bei der angegebenen Behörde oder Firma getätigt wird. FOTO: Pixabay

Artikel vom: 27.10.2021

Region – (AS) Am kommenden Sonntag, 31. Oktober, findet  der Tag des Einbruchschutzes statt, der für mehr Sicherheit rund ums eigene Zuhause sorgen soll. Andreas Dölvers, Kontaktpolizist in Grambke, sensibilisierte am Montagabend die Besucher des Bürgerschnacks für Burg, Grambke, das Werderland und umzu zu weiteren Delikt-themen.
Nach den Monaten mit Corona, in denen viele zu Hause gewesen seien, gingen nun die Zahlen bei Wohnungseinbrüchen und Straftaten zum Nachteil älterer Menschen (SÄM) wieder hoch, berichtete er. „Keiner soll sagen: ‚Das passiert mir nicht‘“, mahnte er eindringlich.
Mit Hilfe eines Filmes verdeutlichte er: Das Grundanliegen der Täter sei, in die Wohnung zu kommen, beispielsweise als vermeindlicher Wasserwerker, Hilfesuchender – mit der Bitte um ein Glas Wasser – oder gar Polizist, um Wertsachen zu erbeuten. Eventuell vorgezeigte Ausweise könnten gefälscht sein, so der Beamte. Andreas Dölvers empfahl, bei der entsprechenden Behörde oder dem Unternehmen anzurufen und nachzufragen.
Die Täter seien kreativ: So habe man einer Dame unterwegs die Geldbörse gestohlen. Die „Finder“ seien später vor ihrer Haustür aufgetaucht, um die Börse zurückzugeben, und sind so in die Wohnung der Frau gelangt.
Auch gäben sie sich als Handwerker oder Nachbar aus, dem ein Werkzeug, das  Portemonnaie oder anderes auf den Balkon des Opfers gefallen sei. „Seien Sie vorsichtig, lassen Sie keinen rein, den Sie nicht kennen!“, forderte Andreas Dölvers die Gäste auf.
Wer verdächtige Personen in der Nachbarschaft bemerke, soll die Polizei rufen. „Schützen Sie nicht nur sich selbst, sondern auch Ihre Nachbarn, die Straße und den Ortsteil!“ Die Täter würden weiterziehen, wenn sie die Polizei bemerkten.
Weitere Tipps gibt es unter anderem auch in der Broschüre „Im Alter sicher leben“, herausgegeben von der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes. So wird empfohlen, die Tür mit einem Spion, einer Kette oder einer Sperre zu sichern. Während die Behörde, Firma, Hausverwaltung oder der Nachbar zwecks Rücksprache kontaktiert wird, sei es wichtig den Besucher vor der verschlossenen Tür warten zu lassen.
Wer Fremde am Telefon hat, soll auflegen. Bekannt ist der Enkeltrick, bei dem sich eine Person als Verwandter in Not ausgibt und angeblich dringend Geld benötigt. Es könne auch um einen neuen Vertrag für die Gas-, Wasser oder Stromversorgung oder ähnliches gehen. Schon ein unvorsichtiges „Ja“ könne als Zustimmung für einen Wechsel gelten, so der Kontaktpolizist. „Legen Sie einfach auf!“ Es gebe genügend Wechselportale und man könne beim Anbieter seiner Wahl selbst anrufen, so Andreas Dölvers.
Die Polizei Bremen unterstützt unter anderem mit Flyern die Aufklärungsarbeit. So warnt sie vor falschen Polizeibeamten. Die Staatsmacht rufe nie mit der Telefonnummer 110 an und fordere niemals Bargeld oder Wertsachen. Sie empfiehlt, misstrauisch zu sein und die Polizei anzurufen.
Weitere Informationen gibt es im Präventionszentrum der Polizei Bremen, Am Wall 195, Telefon 0421/36219003, praeventionszentrum@Polizei.bremen.de, www.polizei.bremen.de oder beim Kontaktpolizis-ten vor Ort.


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