Planungen mit Nachdruck abgelehnt

Behörde in der Beiratssitzung: Schulcampus in Lesum obsolet / Künftig sinkende Schülerzahlen 

Der Beirat Burglesum beschäftigte sich bereits mit den verschiedensten Varianten für die Schulen. Archivfoto: as

Artikel vom: 01.11.2025

Burglesum – (as) Die Zahlen der Grundschüler sinken, und ein Campus Lesum ist, wenn es nach den Behörden geht, vom Tisch. Das war zu erfahren beim jüngsten Burglesumer Beirat, wo der Sachstand zu den Schulbauprojekten „Grundschule Lesum“ und „Oberschule Lesum“ sowie den Sanierungsmaßnahmen an letzterer erneut auf der Tagesordnung stand.
Udo Stoessel von der Senatorin für Kinder und Bildung beschrieb zur aktuellen Situation, dass die Schulstandorte unter Druck stünden, Eltern und Schüler sich jedoch Verlässlichkeit und Perspektiven wünschten. Wegen der finanziellen Lage in Bremen müssten kommende Schritte gut abgewägt werden. Die Ursprungsplanungen seien obsolet. Für die Grundschule in Kooperation mit der Paul-Goldschmidt-Schule sei eine Mobilbauanlage beim Oberschul-Standort Heisterbusch entstanden, der Steinkamp sei sanierungsbedürftig (wir berichteten).
Laut aktueller Bevölkerungsvorausberechnung, vom 14. Oktober, werde die Spitzenzahl der Sechs- bis Zehnjährigen – Grundschüler – im Jahr 2027 in Burglesum erwartet mit 1587, bis 2031 sinke sie wieder. In den Kitas seien die Zahlen bereits wieder gesunken. Seit 2022 gebe es einen starken Geburtenrückgang, führte Udo Stoessel aus. „Die Welle der starken Einschulungen ist vorbei.“ Zu den aktuellen Kapazitäten in den Grundschulen sagte er: „Die Auslastung ist ziemlich hoch, aber nicht überbordend.“ Die Schülerzahlen seien deutlich unter den Vorausberechnungen, eine Entspannung sei zu erwarten. Dementsprechend könne man die Mobilbauten sukzessive zurückbauen und die Schulen kämen zu ihrer ursprünglichen Auslastung zurück. Die Kapazitäten sorgten dann für eine Entlastung der Grundschulen und stünden für Inklusion und Ganztag zur Verfügung.
Schlussfolgerung sei, dass das Gebäude am Steinkamp nun erst einmal mit Priorität behandelt und Entwicklungsmöglichkeiten für die Paul-Goldschmidt-Schule auf dem Friedehorstgelände geschaffen werden sollen. Die aktuelle Situation sei hochfordernd, wegen der Bevölkerungszahlen habe man jetzt jedoch Klarheit und das Ziel, eine nachhaltige, planbare und nutzbare Lösung, die zur finanziellen Lage Bremens passe, zu schaffen.
Ortsamtsleiter Florian Boehlke warf ein, dass es ihm an Substanz zur Oberschule Lesum, insbesondere zum Steinkamp, fehle.
Günter Klänelschen von Immobilien Bremen (IB) räumte ein, dass am Gebäude Steinkamp „zu wenig gemacht“ worden sei. Es sei immer klar gewesen, dass es ersetzt werden müsse. Nun würden keine größeren Sanierungsmaßnahmen mehr durchgeführt, das Gebäude soll aber erhalten werden, bis der Neubau steht. IB begehe es engmaschiger als im dreijährigen Rhythmus, gleichzeitig müsse der Neubau geplant werden.
Florian Boehlke hakte nach ob nun entschieden sei, dass es einen Neubau auf dem Steinkamp gebe. Udo Stoessel bestätigte einen Ersatzbau.
Einige Beiratsmitglieder unterstrichen, dass im Bestandsgebäude etwas passieren muss.
Niels Heide (SPD) wollte wissen, wo die neue erste Klasse im kommenden Schuljahr hingehe. Mit Blick auf die Schülerzahlen sei ein weiterer Mobilbau angedacht, so Udo Stoessel.
Jens-Rainer Jurgan (Bündnis Deutschland) fragte nach Schadstoffen im Gebäude Steinkamp. Darauf gebe es keinen Hinweis, hieß es seitens Immobilien Bremen. Martin Hornhues (CDU) forderte für die nächste Sitzung die erste Vorstellung es Neubaus Steinkamp angesichts der Planungs- und Bauzeit. Auch für den Standort auf dem Friedehorstgelände erwarte er zu wissen, wie es weitergeht.
Florian Boehlke fasste zusammen, dass es den Campusgedanken bei der Behörde nicht mehr gebe und fragte: „Was kann man überhaupt noch beschließen?“ Zudem wollte er wissen, wann SKB final über die Planung und Umsetzung entscheide und IB beauftrage, worauf es hieß, dass Ende des Jahres Mittel für die Planung eingestellt würden. Niels Heide fragte, warum man nicht die Chance nutze, die sich erst in 60, 70 Jahren wieder ergebe, einen Campus zu bauen.
In seinem Beschluss lehnte der Beirat die Planungen, die Standorte der Oberschule Lesum nicht an einem Ort zusammenzuziehen (Campus), einstimmig und mit Nachdruck ab. Er forderte im ersten Quartal kommenden Jahres ein neues verbindliches Konzept. Außerdem erbat er detaillierte Auskünfte über die Schadstoff-Analyse für den Steinkamp.


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