Lokaljournalismus als „Königsdisziplin“

Jutta Never und Ulf Buschmann haben lange für Das BLV gearbeitet und viele Erinnerungen an diese Zeit

Jutta Never und Ulf Buschmann vor den Räumlichkeiten des BLV in der Reeder-Bischoff-Straße 65.   Beide kennen sich schon viele Jahre. Foto: rdr

Artikel vom: 23.04.2026

BREMEN-NORD – (rdr) Jutta Never und Ulf Buschmann kennen sich und Das BLV, das bis 1974 „Burg-Lesumer Vereinsblatt“ hieß, seit vielen Jahren. Jutta Never, die eigentlich Lehrerin ist, kam 1985 nach Bremen-Nord. Da es damals in Bremen einen Überschuss an Lehrern gegeben habe, musste ein anderer Job her. Jutta Never bewarb sich auf eine Anzeige im BLV als freie Mitarbeiterin und wurde prompt genommen. Später arbeitete sie fest in der Redaktion und wurde Redaktionsleiterin. Damals seien die teils handgeschriebenen Pressemitteilungen in Papierform abgegeben worden, erinnert sich die studierte Germanistin.

   Ulf Buschmann ist schon sein ganzes Leben lang mit dem BLV verbunden, denn seine Mutter hatte bereits von 1961 bis 1963 und darüber hinaus im Büro des Druckhauses gearbeitet. Als irgendwann beim BLV jemand für die Sportberichterstattung gesucht wurde, kam auch Ulf Buschmann ins Team der freien Mitarbeiter. „Journalismus hat mich schon immer interessiert.“ 

   Zunächst lieferte der Vegesacker der Redaktionsleiterin Jutta Never ein bis zwei Sportseiten pro Woche. „Ich habe Sportarten kennengelernt, von denen ich gar nicht wusste, dass es sie in Bremen-Nord gibt.“ Nach etwa sechs Wochen kamen lokale Berichte hinzu. „Da bin ich als Lokalreporter sozialisiert worden“, sagt Ulf Buschmann. Jutta Never erinnert sich, dass Artikel damals physisch abgegeben wurden. Schreibdamen hätten die Texte dann abgetippt. Für Bilder sei man zu Foto Roth gegangen, wo man seinen Film abgab und die Aufnahmen entwickeln ließ.

   Früher seien die Zeitungsseiten mühsam per Hand gesetzt worden. „Die wurden aufgeklebt und durch eine Maschine mit Heißwachs geschoben“, berichtet Ulf Buschmann von einem heutzutage undenkbaren Prozedere. Dann seien die Seiten ausgerichtet und zum Belichten gegeben worden. 

   Da Ulf Buschmann unter anderem als Sportreporter für Das BLV tätig war und die Schützen zum Landessportbund gehören, war es irgendwann seine Aufgabe, sämtliche Schützenfeste in der Region zu betreuen. „Blumenthal hat dazu damals fast ein eigenes Buch bekommen“, erinnert sich Ulf Buschmann an eine umfangreiche Berichterstattung. „Das hat mich geprägt bis heute.“

   In ihrer Zeit als Redaktionsleiterin hat auch Jutta Never einiges erlebt – vom Niedergang des Bremer Vulkan bis zur Umgestaltung der Gerhard-Rohlfs-Straße zur Fußgängerzone. An eine Pressekonferenz mit David Hasselhoff in einem Parkhaus kann sie sich entsinnen. Einmal seien Leute zum BLV gekommen, um eine Anzeige über junge Hunde zu platzieren. Keine Kläffer, hätten die Leser betont. Im Text habe danach allerdings fälschlicherweise „kleine Kläffer“ gestanden, sagt Jutta Never, die heutzutage darüber schmunzeln kann. Ulf Buschmann weiß um einen seiner Artikel zum Boxen. „Die hauen sich planmäßig auf die Zwölf“ habe die Headline gelautet, und seine Redaktionsleiterin habe sich köstlich darüber amüsiert.

„Lokale Berichterstattung ist wichtig“, sagt Jutta Never über den 65. Geburtstag unserer Wochenzeitung. Für Ulf Buschmann ist sie sogar „Königsdisziplin“. 1998 haben sich beide zusammen mit dem Medienkontor Vegesack selbstständig gemacht. Später kam Eva Riemann dazu, mit der Jutta Never mittlerweile seit 2006 die Agentur artischocke medien & marketing führt. 


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