Eltern sind empört

Gemeinde Schwanewede sieht die Notwendigkeit der Zusammenlegung zweier Kitas

Der Butjer Kindergarten verfügt lediglich über eine Bestandsbetriebserlaubnis. Er soll nach den Sommerferien schließen.  Foto: rdr

Artikel vom: 28.06.2026

Beckedorf (rdr) – Die Eltern der Jungen und Mädchen aus dem Butjer Kindergarten sind in Sorge. Vor einigen Tagen sind sie darüber informiert worden, dass die Einrichtung geschlossen werden und nach den Sommerferien mit der Wiesen-Kita zusammengelegt werden soll. Der Butjer Kindergarten sei ein gewachsener, funktionierender Kindergarten mit einem festen Team und stabilen Beziehungen, sagen die Eltern Alina und Bastian Volkmer. 

Besonders erschütternd finden sie, dass den Kindern jetzt nur noch wenige Kita-Tage blieben, bevor sie in eine neue Einrichtung wechseln sollen. „Aus unserer Sicht sollen hier Kinder innerhalb kürzester Zeit vor vollendete Tatsachen gestellt werden, ohne dass ihre Bedürfnisse ausreichend berücksichtigt wurden.“

Die kurzfristig kommunizierte Entscheidung habe bei vielen Familien zu großer Verunsicherung geführt, berichtet Mutter Julika Kase. „Besonders Sorgen machen wir uns auch um die Kinder, die einen erhöhten Förderbedarf haben oder bereits belastende Erfahrungen mit einem früheren Kitawechsel gemacht haben. Für sie können solche Veränderungen eine noch größere Herausforderung darstellen. Aus unserer Sicht müssen ihre individuellen Bedürfnisse besonders sorgfältig berücksichtigt werden.“

„Ich verstehe die Eltern und kann ihre Sorgen nachvollziehen“, sagt Christina Jantz-Herrmann. Schwanewedes Bürgermeisterin begründet die kurzfristige Mitteilung an die Betroffenen damit, dass erst kurz bevor die Eltern benachrichtigt wurden, die Kita-Anmeldezahlen vorlagen. „Die Kinderzahlen gehen zurück, und in der Gemeinde haben wir bis auf eine Kita in allen anderen Kapazitäten.“ In der Wiesen-Kita seien im Elementarbereich von 50 Plätzen 15 frei. Im Krippenbereich seien von 30 ganze 17 unbesetzt. In der Butjer-Kita seien 22 freie Plätze von insgesamt 42 vorhanden.

So seien die beiden Einrichtungen quasi nur zur Hälfte ausgelastet, berichtet Christina Jantz-Herrmann. Während es in der Wiesen-Kita Probleme gegeben habe, sei in der Butjer-Kita die Personaldichte zu hoch. Mit der Fusion werde man Synergien nutzen und den Anspruch erfüllen, gute pädagogische Arbeit zu leisten. Die Wiesen-Kita gebe die geplante Zusammenlegung räumlich her. „Wir müssen die Kinder nicht trennen, und ziehen mit ihren Bezugspersonen um“, erklärt die Bürgermeisterin. Die Jungen und Mädchen würden kindgerecht pädagogisch an ihre neue Umgebung herangeführt. „Es soll ein Übergang in eine gemeinsame, neue Kita werden.“ 

Damit sind die Eltern der Butjer-Kinder nicht einverstanden. „Die betroffenen Kinder, Eltern und Erzieherinnen haben auf diese Entscheidung keinerlei Einfluss und sollen die Konsequenzen tragen“, erklären die Elternvertreter. „Laut der Gemeinde selbst konnte auf unsere Kinder leider keine Rücksicht genommen werden.“

Die betroffenen Eltern wollen die Entscheidung nicht unwidersprochen hinnehmen. Sie haben angekündigt, ihr Anliegen am 2. Juli in einer öffentlichen Sitzung vorzutragen und haben unter www.openpetition.de/petition/online/rettung-des-beckedorfer-butjer-kindergarten eine Petition gestartet. „Gerade weil es um die Zukunft vieler Kinder und Familien geht!“ 


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