„Meine Trauungen werden mir fehlen“

Klaus Schött geht in den Ruhestand

Klaus Schött im Trauzimmer im Nordbremer Standesamt in der Gerhard-Rohlfs-Straße 62 vor einem Werk und Geschenk der Künstlerin Ulla Deetz.  Foto: rdr

Artikel vom: 25.10.2026

Bremen-Nord – (rdr) Der Leiter des Nordbremer-Standesamts verabschiedet sich in den Ruhestand. 

   Die Laufbahn von Klaus Schött im öffentlichen Dienst begann im Jahr 1979. Seitdem hat der Nordbremer viele Stationen durchlaufen, bis er im Jahr 1985 ins Standesamt kam – damals noch in der Weserstraße. Schnell habe er Freude an der Arbeit gefunden – auch wenn er zunächst fast ausschließlich Sterbefälle zu beurkunden hatte. „Später kamen dann auch Geburten dazu.“

   An seine erste Eheschließung kann sich Klaus Schött gar nicht mehr genau erinnern. „Aber ich war aufgeregt und habe dem Paar das auch gesagt“, berichtet der Leiter des Standesamts, der immer versucht hat, das Eis zu brechen, um künftigen Eheleuten die Nervosität zu nehmen. Eine seiner aufregendsten Trauungen sei gewesen, als er vor zehn Jahren seinen besten Kumpel verheiratet habe. Wie viele Trauungen er in seiner Karriere durchgeführt hat? „Bestimmt 4000 bis 5000, aber es ist mir nie um Masse gegangen.“ Vielmehr sei es ihm immer wichtig gewesen, dass die Paare keine Berührungsängste und das Trauzimmer nach der Ze-remonie strahlend verlassen hätten. Er hätte es nicht einmal bei der Trauung erlebt, dass ein Partner „nein“ gesagt hätte. „Aber von Kollegen aus Bremen-Mitte habe ich mal gehört, dass der Mann meinte ‚nein, die will ich doch nicht heiraten‘“, so Klaus Schött. Mehrmals hat es der Stan-desamtsleiter allerdings erlebt, dass eine Trauung kurz vor dem Termin abgesagt wurde. Manche  hätten kalte Füße bekommen und plötzlich fest-gestellt, dass sie sich doch noch nicht fest binden wollten. In einem Fall hätte eine Frau die Trauung weinend abgesagt, weil der Bräutigam nach dem Junggesellenabschied „im fal-schen Bett“ aufgewacht sei. Ein weiteres Paar hätte derartige Meinungsverschiedenheiten bei der Hochzeitsplanung gehabt, dass es die Trauung kurzerhand abgesagt hätte. „Da war das Stammbuch mit Namen schon bestellt“, erinnert sich Klaus Schött. Aber es gebe auch andere Gründe wie einen Trauerfall in der Familie oder unerwartete Arbeitslosigkeit, um einen Termin zu stornieren. 

Vielen Herausforderungen hat sich der 66-Jährige in seiner gesamten Amtszeit gestellt – beispielsweise während der Corona-Pandemie. „Da hatte ich weinende Bräute, die nicht ohne ihre Mama heiraten wollten.“ Zum Teil sei er sogar allein mit dem Paar gewesen, als die Regel galt, dass sich maximal zwei Haushalte treffen durften. „Dann habe ich sogar die Fotos gemacht“, erklärt Klaus Schött. Sei gut zehn Jahren gehe es auf dem Standesamt sehr international zu. „Mittlerweile kann ich auf polnisch und auf türkisch gratulieren.“ 

Einer der Höhepunkte in seiner Karriere erlebte der Standesamtsleiter 2023. Der damalige Innensenator Ulrich Mäurer teilte mit, dass sich Paare fortan auch im Weserstadion trauen lassen könnten. Profi Klaus Schött, „schon lebenslang Werderfan aus Leidenschaft“, war derjenige, der dort die Trauungen vollziehen durfte. „Das war wie ein Ritterschlag für mich.“ An die 20 Paare habe er im Weserstadion getraut. „Da habe ich tolle Geschichten erlebt. Manche Paare haben sogar im Trikot geheiratet.“ Auch einige Prominente hat Klaus Schött verheiratet. Lucas Höler, Stürmer des SC Freiburg, beispielsweise. Und auch Bremens ehemaliger Bürgermeister Jens Böhrnsen zählte dazu.

Während seiner Arbeit habe er den Umgang mit vielen Menschen geschätzt, resümiert Klaus Schött. „Und es hat Spaß gemacht, immer wieder junge Leute auszubilden“, sagt der Nordbremer. „Meine Trauungen werden mir fehlen.“ 

Dafür hat er jetzt viel Zeit für die Familie – drei Enkel gehören dazu –, den Garten und seine Musiksammlung. Viel radfahren und reisen möchte Klaus Schött zukünftig; unter anderem in die USA. Wir wünschen ihm für die Zukunft alles Gute!


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