Andrea Eldagsen wurde zu Kuttel Daddeldu

Ehemalige Lehrerin führte „Ringelnatz-Inszenierungen“ im AMeB-Begegnungszentrum auf

Andrea Eldagsen verwandelte sich im Begegnungszentum Grambke in Kuttel Daddeldu. Foto: AS

Artikel vom: 07.02.2024

GRAMBKE (AS) – „Hast du einen lieben Schatz, grüße ihn mit Ringelnatz...“ – Unter diesem Motto könnten die Aufführungen von Andrea Eldagsen stehen, die die Gedichte des Künstlers als kleine Theaterstücke auf die Bühnen bringt. „Ringelnatz-Inszenierungen“ nennt sie ihre Darstellungen.

Vor zirka einem Jahr, Mitte Januar, sei sie mit dem Programm gestartet. „Das ist mein Rentenprojekt“, schmunzelt die ehemalige Lehrerin. Sie habe schon immer Theater gespielt. Und dieses Projekt habe sie schon lange, zirka 20 Jahre, mit sich herumgetragen. „Die Art und der Mensch liegen mir am Herzen“, erklärt sie. Joachim Ringelnatz sei ein Seelenverwandter von ihr. „Ich mag diesen Humor, er ist witzig, macht Nonsens, ist teilweise sehr zotig, hart unter der Gürtellinie, aber auch traurig. Er ist irgendwie meins.“

Etwa 20 Mal habe sie die Aufführung auf die Bühne gebracht, beispielsweise in Begegnungszenten wie kürzlich in Grambke, ganz nach dem Motto „Kaffee, Kuchen und Kultur“; aber auch im Vegesacker Geschichtenhaus. Dort gastierte sie sieben Mal, und immer sei das Haus ausverkauft gewesen.

Das ihr Rentenprojekt so erfolgreich sei, „macht mich stolz und glücklich“. Wer es sehen möchte, hat unter anderem am Donnerstag, 15. Februar, 16.30 Uhr im Haus der Zukunft in Lüssum noch einmal dazu Gelegenheit. Nachdem Andrea Eldagsen dann über ein Jahr den Ringelnatz gespielt hat, möchte sie das „Riesenpaket“ an Text wieder „aus den Kopf bekommen“.

Ein nächstes Projekt könnten vielleicht „Die obszönen Fabeln“ von Dario Fo sein. „Ich bin fürs Derbe und Komische“, erklärt sie. Auf jeden Fall solle es wieder ein Soloprogramm sein: „Ich habe Blut geleckt.“ Den Text regelmäßig zu rezitieren, Stimmübungen und eigens angefertigte frische „Tatoos“ auf die Arme aufzutragen, gehöre zur Vorbereitung für die Aufführungen. Dann wird ihr selbst ein kleiner Raum zur Bühne, und sie berichtet über den Mann namens Hans Bötticher, alias Ringelnatz, der gerade mal 1,60 Meter groß und dürr gewesen sei, mit O-Beinen und einem „Zinken“ im Gesicht.

Und dann wird die gerade mal 1,68 Meter große Dame zum riesigen Kuttel Daddeldu, dem „alten Ego“ des Dichters, Seefahrers und Lebemanns, der „Grog säuft und Märchen erzählt“... Manchmal bewegt sie sich fast tanzend über die improvisierte Bühne, auf der beispielsweise zwei Stühle zur Badewanne werden, spricht Einzelne persönlich an und bringt das Publikum zum Lachen...

Joyce Krijger, Leiterin des AMeB Begegnungszentrums in Grambke, hatte Andrea Eldagsen bei einer der Aufführungen im Vegesacker Geschichtenhaus gesehen und war so begeistert, dass sie sie in „ihr Haus“ einlud. Die Besucher zeigten sich von dem Vortrag begeistert, und so mancher Vers war offensichtlich bekannt wurde mitgesprochen. 


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