Ärzte des Klinikums übten mit Schülern

Training für den Ernstfall

Die Schüler übten an einer Puppe für den Ernstfall. Foto: Kerstin Hase

Artikel vom: 28.10.2022

Bremen-Nord – (FR) Plötzlich muss es schnell gehen. Jemand liegt auf dem Boden, mitten im Klassenraum, und atmet nicht mehr. Jetzt kommt es auf jede Sekunde an. Eine Schülerin kniet sich direkt neben die Person und beginnt mit der Herzdruckmassage. Normalerweise muss parallel sofort der Rettungsdienst gerufen werden, doch der ist an diesem Tag schon da. Und zwar in Person von Isabelle Catherine Scheunpflug und Dr. Peter Tendahl. 

Das Ärzteteam aus dem Klinikum Bremen-Nord ist für einen Vormittag an das Gymnasium Vegesack gekommen, um mit den Schülerinnen und Schülern über Reanimation zu sprechen – und vor allem das auch direkt auszuprobieren. 

Diejenige, die am Boden liegt und Hilfe braucht, ist bloß eine Puppe. Aber sie steckt heutzutage so voller Technik, dass man genau messen kann, wie gut und effektiv die Rettungsmaßnahmen gewesen sind. „Im Notfall sind viele Leute oft zögerlich oder haben Angst etwas falsch zu machen. Genau das wollen wir mit unserem Einsatz ändern“, sagt Oberarzt Peter Tendahl. Er und das Team der Klinik für Anästhesiologie, Intensiv- und Notfallmedizin vom Klinikum Bremen-Nord möchte gerade junge Menschen darauf trainieren, im Ernstfall richtig handeln zu können. „In Deutschland greifen Laien im Notfall noch zu selten ein, da ist man in anderen Regionen wie Skandinavien schon viel weiter“, sagt der Fachmann.

Die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Vegesack schnappen alles auf, was die Ärzte ihnen an diesem Vormittag erzählen und erklären. Dass es zum Beispiel vor allem auf die Herzdruckmassage ankommt, wenn eine Person nicht mehr atmet. Dass das am besten so lange gemacht werden sollte, bis der Rettungsdienst eintrifft. Dass es das Schlimmste wäre, im Notfall gar nichts zu tun. Und dass man bei der Reanimation unbedingt tief und schnell genug drücken sollte. Am besten zum Lied „Stayin‘ alive“ – da passe neben dem richtigen Rhythmus sogar der Text. 

Die Schülerinnen und Schüler dürfen sich ausprobieren. Manche brauchen noch einen Tipp, bei manchen klappt die Reanimation an der Puppe schon prima. „Wichtig ist, dass man solche direkten Erfahrungswerte sammelt, auch um die Scheu davor zu verlieren“, sagt Peter Tendahl. Die Klasse geht am Ende dieser besonderen Unterrichtseinheit mit ganz neuen Erfahrungen in die Pause. Der Termin im Gymnasium Vegesack war für das Ärzteteam aus dem Klinikum Bremen-Nord nach langer Corona-Pause der erste Unterrichtsbesuch zu diesem Thema; aber einer, auf den noch viele folgen sollen. 

Wenn eine Schule oder ein Verein ebenfalls Interesse an einem Reanimations-Training hat, kann man sich per E-Mail direkt in der Klinik für Anästhesiologie, Intensiv- und Notfallmedizin melden unter karin.andre@klinikum-bremen-nord.de.


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