Logenbrüder wollen präsenter werden

Rituelle Arbeit, Vorträge und Diskussionen

Bernhard Kabeck (links) und Robert Raming (rechts) mit dem Meister vom Stuhl, Michael Heiden. Foto: RDR

Artikel vom: 02.09.2022

Vegesack – (RDR) Rund 60 Mitglieder hat die 1885 gegründete Freimauererloge „Anker der Eintracht“ mit Sitz in der Weserstraße 7. Der Pandemie geschuldet, waren die öffentlichen Veranstaltungen in der Vergangenheit rar gesät, und das soll sich nun ändern. Zudem wollen sich die Logenbrüder verstärkt sozial engagieren – als nächstes soll die Kita Bunte Weser in Lüssum mit einer Spende bedacht werden. Die rituelle Arbeit wird ferner einmal pro Jahr auf plattdeutsch durchgeführt, wozu auch andere Logen eingeladen werden. Zu diesem Anlass wird traditionell Labskaus gereicht.

Logenhaus erkunden am Tag des offenen Denkmals

Mit Michael Heiden haben die Vegesacker Freimaurer seit Kurzem einen neuen Meister vom Stuhl. In der Zeit seines nahenden Ruhestandes habe er geschaut, was er nach dem Arbeitsleben Sinnstiftendes tun könne. „Ich habe erst überlegt, Philosophie und Geschichte zu studieren, aber dann wollte ich doch lieber etwas Praktisches machen und mit Menschen zu tun haben“, berichtet Michael Heiden. Zunächst habe er Kontakt zu den Bremer Rosenkreuzern im Ölzweighaus gehabt, „aber das war nicht meine Welt“. Mit den Werten der Freimauer hingegen kann sich der Nordbremer, der seit 2014 Mitglied ist, identifizieren. Er schätze beispielsweise „hochinteressante Diskussionen und kontroverse Meinungen“ – zum Beispiel über den Komponisten Richard Wagner.
Bernhard Kabeck, Aufseher, hat das Logenleben durch öffentliche Veranstaltungen kennengelernt. „Die Konzerte und Vorträge haben mir sehr gefallen“, erklärt er. Ihm seien dann Einladungen der Logenbrüder zu Kennenlerngesprächen zugegangen. Nach einem Jahr als Suchender habe ihn die Gemeinschaft dann aufgenommen. „Man wird aber nur dann aufgenommen, wenn die Frau damit einverstanden ist“, erläutert Bernhard Kabeck, der seit zehn Jahren im Vorstand der Loge „Anker der Eintracht“ arbeitet. Perfekt sei man nie, aber Freimaurerei bedeute für ihn, stets an sich zu arbeiten. „Wir denken und handeln auch außerhalb des Logenhauses so. Zum Beispiel auf der Arbeit oder in der Familie“, so der Vegesacker.
Robert Raming, ebenfalls Aufseher, war zwei Jahre lange Suchender, ehe er 2013 in der Loge „Anker der Eintracht“ aufegnommen wurde. „Ich bin durch die schöne Tür des Logenhauses hereingetreten und später, mit mehr Energie als zuvor, wieder hinaus“, berichtet er von seinem ersten Besuch. Anschließend sei er immer wieder zu Abenden eingeladen worden. „Dabei konnte ich nie etwas Negatives finden. Das hat mich beflügelt und weitergebracht“, erzählt Robert Raming, den unter anderem die rituelle Arbeit inspiriert.
Einmal im Monat kleiden sich die Freimaurer dazu besonders, und ein Redner trägt Informatives zu unterschiedlichen Themen vor. Dazu gibt es ein Musikstück. „Ein Ritual bei uns ist wie ein Theaterstück, bei dem man selbst Zuschauer und zugleich Schauspieler ist“, beschreibt Michael Heiden.
Wer sich über das Logenleben und das historische Logenhaus informieren möchte, hat am 11. September Gelegenheit dazu. Am Tag des offenen Denkmals gibt es dort Führungen und Vorträge. Nähere Informationen sind unter www.anker-der-eintracht.de zu finden.


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