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80 Hektar Grundwasser sind nachweisbar verseucht

„Bürgerinitiative Tanklager Farge“ möchte das Warngebiet ausweiten


Bereits zum 20 Mal hatte die „Bürgerinitiative Tanklager Farge“ zu einer Bürgerversammlung eingeladen, die auf eine sehr große öffentliche Resonanz stieß. FOTO:TH

Farge (TH) – Auf dem Gelände des Tanklagers Farge befindet sich eine erhebliche Schadstoffbelastung des Bodens und des Grundwassers. Seit 2013 bemüht sich die örtliche „Bürgerinitiative Tanklager Farge“, die zuständigen Behörden auf dieses Gefahrenpotential aufmerksam zu machen. Kürzlich luden die Akteure zur 20. öffentlichen Versammlung nach Farge ein. Das Echo war überwältigend. Die Sitzplätze reichten nicht aus, um alle interessierten Anwohner in dem Gemeindesaal der ev.-ref. Kirchengemeinde aufzunehmen. „Ich habe Verständnis für die Ängste der Bürger, bin zugleich gegen Panikmache. Ducken ist keine Lösung.“ Rainald Brede, Projektleiter der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben,  zeigte sich aufgeschlossen und gesprächsbereit, die Probleme beim Namen zu nennen.
Inzwischen zählt das Gelände zu den größten Problemfeldern im Bundesgebiet. „80 Hektar Grundwasser verseucht und keine Ende in Sicht“, brachte es Heidrun Pörtner, Vorsitzende der Bürgerinitiative, auf den Punkt, während Moderator Martin Busch von Radio Bremen die Hoffnung aussprach, dass ganz viel Erhellendes zusammengetragen werden möge. Doch an diesem Abend ließ sich Umweltsenator Joachim Lohse entschuldigen. Auch weitere Behördenvertreter waren nicht erschienen. Daher übernahm Rainald Brede den Hauptredebeitrag. Brede ließ die Historie des Tanklagers und der Hafenanlage Revue passieren, errichtet in den Jahren 1935 bis 1943 von Zwangsarbeitern des NS-Terrorregimes. 1941 erfolgten die ersten Treibstoffeinlagerungen, in den Jahren 1945 bis 1959 diente es der US-Armee samt eines NATO-Pipeline-Anschlusses, von 1960 bis zur Stilllegung im Jahre 2013 war es ein Tanklager der Bundeswehr. Das Fassungsvermögen des weltweit größten unterirdischen Tanklagers umfasste 78 Tanks mit einer Füllmenge von 300000 Kubikmetern. Brede listete eine Reihe von Problemfeldern auf. Dazu zählt eine Schlammgrube mit bleihaltigen Material der US-Armee, deren Auswirkungen noch im Dunkeln liegen würden. Die größte Verseuchung des Bodens gehe von dem Terrain rund um den Verladebahnhof II aus. „Wir wollen wissen, wie breit die Fahnen sind. Untersucht werden sollen Grabensysteme und Schlammgruben“, so Brede. Zugleich verwies der Fachmann auf enge Grenzen, die seiner Berliner Behörde gesetzt werden. „Wir können keine Sanierungsmaßnahmen einsetzen.“ Olaf Rehnisch, zweiter Vorsitzender der BI, war der Ansicht, dass die vorliegenden Informationen nicht nach oben weitergeleitet werden. „Das Problem ist seit 1949 bekannt und so alt wie die Bundesrepublik.“ Er legte neue Erkenntnisse vor und sprach von einer Erweiterung der Warnzone, da die Fließrichtung des schadstoffbelasteten Grundwassers in Richtung Rönnebeck und damit zum Wasserschutzgebiet ziehe und nicht - wie bislang angenommen - zur Weser. Das hätten neue Messstellen ergeben. In dem gesamten Warngebiet befinden sich 286 Liegenschaften.  
Rehnisch sprach auch von BTX-Belastungen, die an der Grundschule Hechelstraße und An der Amtsweide und außerhalb der erweiterten Warnzone  nachgewiesen worden seien, so dass eine Ausweitung des Areals notwendig erscheine. Das belege ein Grundwassergleichenplan vom Wesernetz, einem Unternehmen der swb. Eine notwendige Sanierung würde jedoch von den verantwortlichen Stellen abgelehnt werden. „Es muss jetzt Schluss sein mit den ewigen Untersuchungen.“ Beiratssprecherin Ute Reimers-Bruns (SPD) zeigte sich ungehalten über den Stand der Dinge, weil sich ihrer Ansicht nach der Zustand verschlechtert hätte. Zugleich warb sie für einen engeren Zusammenhalt, über Parteigrenzen hinweg. Bereits seit 2009 beschäftigt sich Beiratsmitglied Ralf Schwarz (CDU) mit der Thematik. Der Beirat Blumenthal richtete einen Antrag an die Baudeputation. „Wir wurden mit knappen Antworten abgespeist“, lautete die Kritik von Schwarz. Georg Karfusehr, Experte und Geologe aus Oldenburg, sprach von einer diffusen breiten schadstoffbelasteten Grundwasserfahne, deren Fließrichtung schwer auszumachen sei. Es sei Aufgabe der zuständigen sanierungspflichtigen Behörden, den Takt vorzugeben. Stattdessen sei die Bürgerinitiative tätig geworden, die eine gute Arbeit machen würde.
Es wäre wichtig, eine hydraulische Sicherung der Fahne vorzunehmen. Nach Einschätzung von Karfusehr eine einfache Aufgabe und Maßnahme. Nach Meinung von Nelson Janßen (Die Linke) hätte man bereits früher reagieren müssen. Als Deputierter erhalte er Sachstandberichte aus dem Umweltressort. Andreas Menzel (FDP) war der Ansicht, dass für die betroffenen Anwohner zu wenig getan wird. Der Umweltsenator würde dieses Thema stiefmütterlich behandeln. Auch die Bundeswehr ruhe sich aus. Thomas Pörschke (Grüne) bezeichnete das Gelände „als eines der größten Problemgebiete. Errichtet in der Nazi-Diktatur diente es einem verbrecherischen Angriffskrieg.“ Auch Pörschke würdigte die hohe Fachlichkeit der Bürgerinitiative und teilte zugleich die Sorge einer gesicherten Trinkwassergewinnung im Bremer Norden.  Es existieren Schadstoffe im Grundwasser, die dort nichts zu suchen hätten.  Pörschke verwies auf den Bund, der in die Pflicht zu nehmen sei. Nach Ansicht von Brede könne nur die Behörde Vorgaben für Sanierungsmaßnahmen machen. Als erster Schritt müsse mithilfe von Sperrbrunnen verhindert werden, dass Schadstoffe ungehindert abwandern können.  Allein den Überwachungsaufwand bezifferte Brede auf 10 bis 15 Millionen Euro an Kosten.


Artikel vom 14.05.2019

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