Demokratiearbeit bei der Polizei

Behörde und Baracke Wilhelmine unterzeichnen Kooperationsvertrag

Antje Schlichtmann, Dr. Julia Schmengler und Sarah Humbach (von links) freuen sich über die zukünftige Zusammenarbeit.  Foto: Polizei Verden / Osterholz

Artikel vom: 21.06.2025

Die Polizeiinspektion Verden/Osterholz hat kürzlich offiziell eine Kooperation mit dem Dokumentations- und Lernort Baracke Wilhelmine unterzeichnet. Mit dieser Partnerschaft setzt sich die Polizeiinspektion weiterhin für eine demokratiefeste und zu den Werten der freiheitlich demokratischen Grundordnung bekennende Polizei ein.

Bereits im Jahr 2018 hat die Polizeiinspektion Verden/Osterholz ein Integrationsteam gegründet, in dem sich zirka 30 Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichen Bereichen der Inspektion und mit verschiedenen dienstlichen Aufgaben im Nebenamt engagieren. Durch das Integrationsteam wurden in der Vergangenheit Fachtage, Fortbildungen und verschiedene Projekte organisiert.

„Innerhalb der Polizei Niedersachsen und auch unserer Inspektion wird sich bereits seit mehreren Jahren für die Stärkung der demokratischen Resilienz eingesetzt. Um dies zukünftig auch namentlich zum Ausdruck zu bringen, wurde unser ‚Integrationsteam‘ in ‚DemokratieWerk‘ umbenannt“, erklärt Antje Schlichtmann, Leiterin der Polizeiinspektion Verden/Osterholz. Anlässlich der Unterzeichnung führt sie weiterhin aus: „Durch die Kooperation mit der Gedenkstätte Baracke Wilhelmine wollen wir uns zur Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte in einer Gedenkstätte mit örtlichem Bezug zum eigenen Zuständigkeitsbereich bekennen.“

„Hierdurch soll gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen eine aktive Erinnerungskultur unterstützt und Begegnungen gefördert werden“, ergänzt Sarah Humbach, Leiterin des Polizeikommissariats Osterholz.

Die Gedenkstätte Baracke Wilhelmine dokumentiert die Geschichte der Arbeit von KZ-Häftlingen, Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen am U-Boot-Bunker „Valentin“ in Bremen-Farge und die damit in Verbindung stehenden Lager in Schwanewede, Neuenkirchen, Farge und Blumenthal. In der Gedenkstätte werden die historischen Geschehnisse nicht nur museal dargestellt, sondern es wird zugleich ein Begegnungs- und Lernort geschaffen.

„Uns als Team der Baracke Wilhelmine ist es wichtig, einerseits auf die vergangenen Geschehnisse in Schwanewede und Umgebung durch die Ausstellung hinzuweisen. Andererseits aber auch einen Ort des Austausches zu schaffen. Mit Menschen in den Dialog zu kommen: nur so ist es möglich, eigene Perspektiven zu erweitern und Standpunkte kritisch zu hinterfragen. Und genau das ist bedeutsam im Rahmen einer Demokratiebildung“, so Dr. Julia Schmengler, Leiterin der Gedenkstätte.

Mit einem Besuch der Gedenkstätte oder der Teilnahme an Seminaren kann die Bedeutung einer widerstandsfähigen Haltung gegen diskriminierende, rassistische und antisemitische Haltungen stärker verdeutlicht werden, als dies ausschließlich polizeiinterne Fortbildungen können. Diese Vereinbarung stellt einen wesentlichen Schritt für die Vernetzung mit Gedenkstätten und der Zivilgesellschaft dar, ist sich Antje Schlichtmann sicher. www.baracke-wilhelmine.eu.


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