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 „Es kann jeden treffen!“

 Thema Demenz: Vortrag am 19. September


 Helmut Kropp pflegte sechs Jahre seine an Demenz erkrankte Frau. Am 19. September berichtet er darüber.FOTO: AS
 St. Magnus – (AS) Es begann während eines Urlaubs in den Rockey Mountains: „Meine Frau war sonst eine hervorragende Beifahrerin. Plötzlich hatte sie Schwierigkeiten, die Karte zu lesen, hielt sie verkehrt herum“, berichtet Helmut Kropp.
Seine Frau Helga litt an Demenz. Er will aus zwei Gründen darüber erzählen: Zum einen könne er sich so etliches von der Seele reden, zum anderen sagt er klipp und klar: „Demenz darf und kann man nicht totschweigen!“ „Es ist eine ganz grausame Krankheit, denn es gibt keine Hoffnung auf Besserung“, verdeutlicht er.
Seine Frau wurde 1932 geboren. 1958 heirateten sie. Im Jahr 2000 begann die Krankheit. Das Paar ging zu einem Nervenarzt, der „ein paar Pillen gegen Durchblutungsstörungen im Gehirn“ verschrieb, so Helmut Kropp.
„Demenz ist eine schleichende Krankheit, die in Schüben und kontinuierlich immer weiter fortschreitet.“ Demenz heiße „ohne Geist“: Sie raube dem Menschen nicht nur das Gedächtnis, das Zeitgefühl und den Orientierungssinn, er verliere auch seine Persönlichkeit. Irgendwann musste Helmut Kropp feststellen: „Die Frau, die ich geheiratet habe, gibt es nicht mehr. Das war eine bittere Angelegenheit für mich.“
Sechs Jahre lang hat er sie  selbst betreut: „2006 ging es nicht mehr. Die Pflege erfordert sehr viel Kraft.“ Seine Frau besuchte erst die Tagespflegestätte Ohlenhof in Gröpelingen, die er sehr lobt: „Das Personal wusste mit Demenzkranken umzugehen.“
Später wurde sie stationär im Haus Hasch in Oyten aufgenommen. Im ersten Moment sei er erleichtert gewesen, sagt Helmut Kropp. „Dann fiel ich in ein ganz tiefes Loch!“ Er habe sich den Lebensabend anders vorgestellt, wollte mit seiner Frau noch so viel in der Welt besuchen.
Dazu seien Schuldgefühle gekommen: „in guten wie in schlechten Tagen ließ sich nicht realisieren.“
„Man stirbt nicht an Demenz. Irgendwann macht der Körper nicht mehr mit“: 2010 verstarb Helga Kropp: „Sie fehlt mir heute noch.“
„Demente wollen und müssen vernünftig angesprochen werden. Sie haben feine Antennen, ob es jemand gut mit ihnen meint.“ Seine Frau habe unglaublich gut seine Gedanken lesen können, erklärt Helmut Kropp. Mehrmals habe sie ihn gefragt, ob er sie denn wohl nicht allein lasse. „Sie war sich über den Verlust ihrer Leistungsfähigkeit im Klaren.“ Immer mehr habe sie den Bezug zur Realität verloren und sich in die Vergangenheit geflüchtet. „Sie meinte, dass sie in der Mitte ihres Lebens stehe und 30, maximal 40 Jahre alt sei.“ Daraus sei resultiert, dass sie ihn nicht mehr als ihren Ehemann erkannte.
Es sei unerlässlich, dass der Kranke im Vordergrund stehe, unterstreicht Helmut Kropp. Für den Betreuenden sei es wichtig, dass er die Krankheit akzeptiere, denn „wenn man ‚Ja‘ zur Situation sagt, sagt man ‚ja‘ zum eigenen Leben und dem Leben des Erkrankten.“
Helmut Kropp hat während der Krankheit Buch geführt. Man brauche ein Ventil, um die Eindrücke, die vielfältig und grausam seien, verarbeiten zu können, sagt er.
Zwar sei in den vergangenen zehn Jahren die Diskussion in der Öffentlichkeit größer geworden, dennoch kämen die Betroffenen in eine gesellschaftliche Isolation: Freunde und Bekannte zögen sich zurück, weil sie nicht wissen, wie sie mit der Situation umgehen sollen.
„Es kann jeden treffen“, stellt Marie-Luise Birk, Sozialdienstleiterin bei der Bremer Heimstiftung, klar. „Wir wollen, dass die Betroffenen mehr Toleranz und Akzeptanz erfahren.“ Die Heimstiftung engagiert sich gemeinsam mit der Bremer Volkshochschule und der Stadtbibliothek Bremen unter dem Titel „Emmas Quartier“ für Menschen mit Demenz. „Wir haben einen langen Weg vor uns“, weiß sie. Der kostenlose Vortrag „Das vergessene Leben“, den Helmut Kropp am Dienstag, 19. September, 19 Uhr, in der Stiftungsresidenz St. Ilsabeen, Billungstraße 31-33 hält, mag einer der ersten, aber auf jeden Fall ein mutiger Schritt sein.
Anmeldung unter Telefon 6264-140.

Artikel vom 13.09.2017




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