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„Die Vielfalt überfordert viele“ 

Ex-Salafist über den Glauben, die Jugend und die Gesellschaft 


Dominic Schmitz, hier mit Sarah Bunk, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Konrad-Adenauer-Stiftung, las in der Strandlust aus seinem Buch „Ich war ein Salafist – meine Zeit in der islamistischen Parallelwelt“.    FOTO: AS 

Blumenthal (AS) – „Ich war ein Salafist – meine Zeit in der islamistischen Parallelwelt“– die von der Konrad-Adenauer-Stiftung anberaumte Lesung hat am Montagabend rund 150 Besucher in die Strandlust gezogen. Diese zeigten sich interessiert, dem Ex-Salafisten und noch immer gläubigen Muslim Dominic Schmitz zuzuhören, der aus seinem Leben berichtete. Schmitz erzählte, wie er zum Salafismus gekommen war, und auch, wie er sich von der Szene wieder löste.

Dominic Schmitz berichtete über sich als einen jugendlichen Menschen auf der Suche nach dem Sinn des Lebens. Er erzählte von der glücklichen Kindheit, der Trennung der Eltern und einer unglücklichen Schulzeit, bis er zu einer Gruppe dazugehörte und die erste Liebe erfuhr. „Ich wollte mein ganzes Leben lang ‚Everybodys Darling‘ sein“, sagte er. Stattdessen wurde er erst einmal zum „Bad Boy“; kiffte, schwänzte die Schule und brach schließlich das Fachabitur ab. „Keiner versteht mich, alle sind gegen mich“, gehörte für ihn in diese Zeit wie auch, über den Sinn des Lebens nachzudenken. Ein Freund habe ihm Antworten geben können. Mit ihm sei er dann auch in die Moschee gegangen. Aus der Dunkelheit sei Licht geworden, beschrieb Dominic Schmitz die Erfahrung. Hier habe er Neugierde und Wissensdurst stillen können und gehört: „Gott liebt dich“. „Der Satz hat mich berührt“, sagte er. Erst später sei ihm bewusst geworden, dass auch andere Glaubensrichtungen damit arbeiteten.

Unter den Männern habe er sich ernst genommen gefühlt, den Dialog, die Gastfreundlichkeit und den Hilfsbereitschaft genossen. Mit 17 konvertierte er zum Islam. Sein Glaube habe ihn davon abgebracht, zu kiffen. Irgendwann stellte er den Fernseher in den Keller – weil im TV Frauen zu sehen waren – und die geliebte Musik ebenfalls. Der Bruch mit dem Salafismus sei nicht von außen gekommen, erklärte er, sondern von innen. „Anstoß“ habe ein Lehrer gegeben, der ihn, also Dominik Schmitz, gesehen habe. Dazu habe er abgelehnt, dass die Prediger sich nicht an das gehalten hätten, was sie predigten.

„Das ist des Pudels Kern: Sie interpretieren die Religion nach ihrem Willen“, sagte Dominic Schmitz. Und: „Plötzlich leiteten andere meine Geschicke“; die Handlungen seien vorgegeben gewesen. So habe er die Suren auswendig gelernt und sich mit dem beschäftigt, was erlaubt und was nicht erlaubt sei – „Kompromisse ausgeschlossen“. „Ich hatte das Gefühl, der Islam war das, was ich immer schon geglaubt habe“, sagt er. Und so habe er sich in „eine Parallelwelt zwischen Kinderzimmer und Moschee“ begeben.

Salafisten sprächen Menschen an, die nach Sinn und Glauben suchten. Jugendlichen falle es schwer, ihre Wünsche in Worte zu fassen und Entscheidungen zu treffen. „Moderne Rebellion besteht darin, sich gegen die Freiheit zu stellen“, sagt er. Viele Jugendliche kämen mit dieser Freiheit nicht klar. Er appellierte dafür, „die Verbindungen in den Familien zu öffnen“, den Jugendlichen Liebe, Selbstwertgefühl und Interesse zu schenken sowie über Hoffnung zu sprechen.

Bei den Auftritten von Dominic Schmitz ist Sicherheitspersonal dabei. In seine Heimatstadt fährt er nicht. 


Artikel vom 08.03.2017




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